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  • Vom Tag und von der Nacht Datum11.07.2019 18:52
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Vom Tag und von der Nacht
    von Gilbert Kapkowski 11.07.2019


    Ich wurde geboren.

    Ich wuchs heran.

    Ich war ein Kind.

    Ich sah, hörte, fühlte, las und lernte.

    Ich dachte nach.

    Ich stellte mir viele Fragen.

    Ich bekam wenige Antworten.

    Ich wurde erwachsen.

    Ich lebte einige Zeit weiter.

    Ich arbeitete viel, doch ich bewirkte wenig.

    Ich hatte ein schönes Haus.

    Ich wurde alt.

    Ich wurde krank.

    Ich wurde gebrechlich.

    Ich war einsam gewesen.

    Ich starb.


    Der Tag endete und mir blieb nichts.

    Mit nichts hatte ich begonnen.

    Von dem vielen, was ich angehäuft hatte, blieb für andere etwas übrig.
    Noch einige Zeit.

    Dann war auch das verschwunden.

    Als es wieder heller wurde, nach einer kurzen langen Nacht,
    da fragte ich mich, welchen Sinn das ergibt.

    Aber die Macht jenseits aller Sinne antwortete nicht.

  • Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Das böse Märchen von der Katze und den Mäusen
    von Gilbert Kapkowski 08.07.2019


    VORSPANN
    Freigegeben zum Lesen ab 18 Jahre


    Es war einmal...ein niedliches Kätzchen.

    Das lebte in einem grossen Haus am Rand einer kleinen Stadt und streifte tags und nachts gerne durch die umliegenden Gärten, Wiesen und Hinterhöfe.

    Mit grosser Vorliebe machte sich die Katze auf die Suche nach Beute.
    Als da waren – Vogelnester, Blindschleichen und anderes Kleingetier.
    Am allerliebsten belauerte das Kätzchen aber – Mäuse.

    Mit dem Fressen des Erbeuteten hatte es die Katze nicht allzusehr.
    Viel lieber stöberte sie in den Hecken, an Mauern und an anderen geheimen Verstecken herum und wenn sie etwas erwischte, dann krallte und biss sie meist nur einige Zeit auf ihrem Opfer herum.

    Sie trieb ihre Beute ein paar Ecken weiter oder trug diese verletzt im Mäulchen in der Gegend herum.
    Liess jeden vermeintlichen Leckerbissen dann aber achtlos liegen und trottete wieder nach Hause.

    Zur einer wohl besser schmeckenden Mahlzeit aus der Dose und zum gemütlichen Liegeplatz auf der Ofenbank bei Herrchen und Frauchen.

    Das Essen zu Hause schien deutlich mehr zu gefallen.
    Man erkannte es daran, dass die Katze öfter einen abgebissenen Mäusekopf herumliegen liess oder den Rest der Maus teilweise aufgefressen hatte.
    Dann aber alles sehr schnell blutig und halbverdaut wieder ausgewürgt hatte.

    Was jedesmal unschöne Spuren auf dem Rasen oder auf dem blankem Pflaster hinterliess.

    Am Rande einer Hecke, hinter einem Baumstumpf, wohnte eine Mäusefamilie.
    Der Einfachheit halber nannte man sie „Familie Maus“.

    Ursprünglich und zu besseren Zeiten bestand Familie Maus aus Vater und Mutter Maus, sowie drei kleinen Mäusekindern.
    Dazu kamen noch Onkel und Tante Maus, die gleich in der direkten Nachbarschaft ein eigenes Mauseloch hatten.

    Die niedliche Katze oder vielleicht war es doch eher eine böse Katze – hatte vor einiger Zeit nacheinander Vater Maus, eins der Mäusekinder, sowie Onkel und Tante Maus erwischt.

    Sie alle waren auf die schon beschriebene Art und Weise erbärmlich ums Leben gekommen.
    Als notwendige Ernährung dienten sie der Katze in keinem einzigen Fall.

    Mutter Maus, die mit ihren beiden verbliebenen Mäusekindern übrig geblieben war, hielt es vor Traurigkeit in der alten Unterkunft nicht mehr aus.
    Ausserdem war das Futter etwas knapp, weil es keinen Vater Maus mehr gab, der regelmässig etwas zum Essen für die Familie heranschaffte.

    Nach dem Tod von Onkel und Tante Maus war Mutter Maus mit dem restlichen Nachwuchs umgezogen und lebte in einer verfallenen Gartenhütte in der Nähe hinter einem Stapel altem Holz.

    Ein kleines Loch unten in der Aussenwand der Hütte war der Ein- und Ausgang in Richtung Garten und einem danebenliegenden Feld.

    Die Lage der neuen Wohnung war nicht ungefährlich, denn die Katze hatte bei ihren Streifzügen das neue Mauseloch bereits ausgemacht.

    Manchmal sass die Katze eine Weile auf der Wiese in der Nähe und beobachtete ruhig und still, ob sich etwas rührte.

    Die Katze machte sich jedesmal klein und flach, spitzte die Ohren, legte den Schwanz ganz um den Körper herum und lauschte. Immer bereit zum Sprung.

    Einmal war sie blitzschnell vorgestossen und mit einer Pfote und anschliessend mit dem Kopf durch das Loch hinein.
    Allerdings erfolglos, weil die Mäuse grad weit vom Eingang entfernt gekauert hatten.

    Das Belauern dauerte immer eine ganze Weile, aber wenn sich längere Zeit nichts tat, dann wurde der Katze langweilig und sie wanderte weiter in ein anderes Jagdrevier.

    Eines Tages sprach Mutter Maus zu ihren beiden Kindern.

    „Ich habe grosse Angst davor, dass die Katze bald wieder einen von uns erwischt. Der kleinste Fehler am Mauseloch und wir sind vielleicht alle tot.“

    Die beiden Mäusekinder schauten ratlos.

    „Aber was sollen wir bloss tun ?
    Die Katze ist ein böser Sadist, der andere nur quälen und verstümmeln will.
    Doch sie ist auch so gross und stark, dass wir gegen sie nie eine Chance haben.“


    Mutter Maus schüttelte den Kopf.

    „Vielleicht haben wir doch noch ein Möglichkeit. Schnelligkeit und scharfe Krallen könnten gegen Schlauheit und eine listige Falle nutzlos sein.
    Und wir Mäuse sind üblicherweise nicht ganz dumm.“


    Die beiden kleinen Mäuse spitzten die Ohren.

    „Wie ist das gemeint ?“

    „Nun“, entgegnete die Mäusemutter, „ich habe beobachtet, dass die Katze nicht besonders vorsichtig ist, wenn sie ihren Kopf durch das Loch steckt.
    Sie glaubt wohl, dass sie uns mit grosser Geschwindigkeit überraschend schnappen kann. Genau das könnte ihr zum Nachteil gereichen.“


    „Aber wie sollen wir das ausnutzen ?“, fragten die Mäusekinder.

    „Ich werde es Euch erklären“, antwortete die Maus.
    „Zufällig habe ich beim Herumkriechen in der Hütte, einen feinen festen Draht mit 2 Ösen gefunden.
    Wir werden daraus eine Schlinge bauen, die wir verborgen innen rund um das Loch anbringen.
    Das eine Ende wird an dem alten rostigen Nagel befestigt, der oberhalb des Lochs im Holz steckt.
    Der ist so fest eingeschlagen und verbogen, dass man ihn nur sehr schwer herausziehen könnte.“


    Die Mäusekinder hielten ihre Näschen aufgeregt in die Höhe.

    „Wir verstehen. Wir machen ein paar verdächtige Geräusche.
    Die Katze steckt ihren Kopf durch das Loch und beim Herausziehen verfängt sich der Draht um ihren Hals.
    Entweder steckt sie dann auf Dauer fest oder sie erwürgt sich auf diese Art selber.“


    Mutter Maus nickte zustimmend.

    „Es ist zwar traurig mit dieser Hinterlist, aber reine Notwehr, um am Leben zu bleiben.“

    Der so zurechtgelegte Plan funktionierte besser, als die Mäuse es erwartet hätten.

    Nämlich bereits beim ersten Mal.

    Beim nächsten Auflauern schoss die Katze mit dem Kopf voran durch das Mauseloch und es kam, wie es kommen sollte.

    Die verborgene Schlinge zog sich zu. Der Draht war gerade so lang, dass die Katze ihren Kopf zwar wieder aus dem Loch ziehen konnte.

    Doch sie hing fest. Der Draht und der Nagel hielten.
    Jeder Versuch mit Kraft zu ziehen, führte nur dazu, dass sich die Schlinge immer weiter bedrohlich enger um den Hals zog.

    Die Katze fauchte sehr böse und strampelte eine Weile herum.
    Nach kurzer Zeit hörte man nur noch ein schwaches Wimmern und Miauen.
    Alle vier Pfoten ausgestreckt lang das Kätzchen schwer atmend im Gras.

    Eine lange Zeit geschah nichts, aber dann passierte Folgendes:

    Ein Mann kam über das Feld in Richtung der Gartenhütte.
    Er bemerkte die Katze in ihrer Notlage und ging auf sie zu.

    Aus der Tasche zog er ein paar feste Handschuhe.
    Wohl in der Absicht, sich gegen die vielleicht wild gebärdende Katze zu schützen.

    „Na“, sagte er, „was haben wir hier denn für ein armes kleines Kätzchen ?“

    Vorsichtig langte er nach der Katze, aber er bemerkte gleich, dass man sie nicht mit einem einfachen Handgriff aus der Falle befreien konnte.

    Die drei kleinen Mäuse beobachteten die Szene heimlich durch einen Spalt zwischen den Holzbrettern der Wand.

    Erstaunlicherweise hatte der Mann ein passendes Werkzeug in der Tasche.
    Mit einer kleinen Drahtzange gelang es ihm recht einfach und schonend, die Schlinge aufzuschneiden. Die Katze war frei.

    Sie war von der Falle so geschwächt, dass sie sich nicht dagegen wehrte, von dem behandschuhten Mann auf den Arm genommen zu werden.
    Er streichelte ihr über das Fell. Sie liess die Pfötchen hängen.

    Die Katze zitterte und atmete vernehmlich immer noch sehr schwer.

    „Armes kleines Kätzchen“, sagte der Mann, „wer tut denn einer so niedlichen Mieze wie Dir so etwas an ?“

    Die Katze antwortete natürlich nicht auf diese Frage, aber sie schaute dem Mann in die Augen und es schien so etwas wie Dankbarkeit in ihrem Blick erkennbar zu werden.

    Die Mäuse, die das alles aus ihrem Versteck heraus sehen konnten, wagten nicht sich zu rühren.

    „Sowas geht doch nicht“, raunte der überraschende Lebensretter.
    „Mäusefänger Deiner Art brauchen eher eine Belohnung, oder ?“

    In diesem Moment griff der Mann in seine Tasche und holte einen kleinen Beutel heraus.

    Er schüttete den Inhalt, es schien eine Art körniges Pulver zu sein, auf seine flache Hand und hielt diese der Katze vor die Nase.

    Die Katze, die immer noch sehr geschwächt auf dem Arm des Mannes kauerte, schien das Dargebotene für ein verlockendes Leckerli zu halten.

    Jedenfalls schnupperte sie kurz daran herum und leckte das kleine Häuflein begierig von der Hand ab.

    Als alles aufgeschleckt war, schien es der Katze deutlich besser zu gehen.

    Der Mann setzte die Katze behutsam auf den Boden.

    Sie liess sich ins Gras fallen und begann unmittelbar ihr Fell zu lecken.

    Der Mann stand reglos daneben und grinste.
    Er blickte in Richtung Gartenhütte.

    „Kommt heraus, ihr kleinen Mäuse“, rief er, „kommt heraus, wo immer ihr seid.“

    Mutter Maus und ihre beiden Kinder waren so verblüfft, wie noch nie in ihrem Leben.
    In diesem Moment dachten sie nicht daran, die relative Sicherheit ihres Verstecks zu verlassen.

    „Keine Angst vor der Katze“, sagte der Mann, „die tut keinem mehr was.“

    In diesem Moment entfaltete das Gift, welches der Katze verabreicht worden war, seine Wirkung.

    Es war ein sehr starkes Gift, speziell gemixt für Katzen und so einfach in irgendeinem Laden hätte man es mit dieser Wirksamkeit nicht kaufen können.

    Die Augen der Katze quollen auf. Innerhalb kurzer Zeit wurden sie glasig, dann blutig, plötzlich platzten sie offen auf.

    Aus Mund und Nase lief Blut heraus.

    Die Katze schrie und maunzte erbärmlich. Sie wollte weglaufen, aber die Pfoten versagten völlig den Dienst.
    Beim ersten Schritt brachen die zarten Knochen einfach entzwei. Die Katze fiel ins Gras und wälzte sich herum.
    Der Bauch blähte sich auf, das Fell verfärbte sich zu einer unansehnlichen Farbe.

    Nach einiger Zeit offensichtlich grosser Qual sackte der Katzenkörper leblos in sich zusammen.
    Das unglückliche Sterben war beendet.

    Familie Maus kam aus dem Mauseloch gekrochen.

    Mutter Maus und ihre beiden Kinder konnten kaum fassen, was sie gerade gesehen und erlebt hatten.

    Sie kletterten auf den Stapel Holz, der vor der Hütte aufgeschichtet war und blickten hoch zu dem Mann, der die Katze erst gerettet und dann auf unsäglich grausame Art und Weise zu Tode gebracht hatte.

    „Na, ihr Mäuse“, sprach der Mann freundlich, „ihr scheint ja besonders Schlaue Eurer Art zu sein.“

    Die Mäuse hatten von Anfang an das Gefühl, dass der Mann ihre Sprache verstehen konnte.
    Genau so verhielt es sich.

    Mama Maus erwiderte:
    „Wir danken für Deine Hilfe. Wir wollten die Katze nur irgendwie loswerden, um am Leben bleiben zu können.
    Was wir nur nicht verstehen – warum hast Du sie auf diese Art umgebracht, anstatt alles so zu lassen, wie wir es mit der Falle schon eingerichtet hatten ?“


    Der Mann schaute, nun etwas unfreundlicher erscheinend, auf die drei Mäuse herab.

    „Eigentlich wollte ich mir die ganze Sache nicht verderben lassen.
    Der Spass besteht nun mal darin, dass man seine Leidenschaft persönlich auslebt. Ich hab nichts so richtig davon, wenn andere für sich selber dazwischenkommen.“


    Die Maus schnupperte mit der Nase.

    „Die Sache riecht merkwürdig. Aber ich dachte immer, der Feind meines Feindes ist mein Freund.“

    In diesem Moment traf sie ein sehr gezielter Schlag mit einem Hammer, den der Mann verborgen hinter dem Rücken bereitgehalten hatte.

    Der Kopf von Mutter Maus wurde plattgeschlagen.
    Ihr kleines Gehirn spritzte nach allen Seiten auf den Holzstapel.

    Die beiden Mäusekinder quiekten entsetzt auf, aber auch ihr Schicksal war längst besiegelt.

    Eine der kleinen Mäuse wurde von einem weiteren schnellen Hammerschlag getroffen.

    Schwer verletzt kroch sie unter den Holzstapel, wo sie hilflos verendete.

    Die andere Maus hatte ebenfalls keine Chance, denn sie lief versehentlich direkt unter den Stiefel des Mannes. Der brauchte nur kurz zuzutreten.

    Damit war es Aus für die letzte Maus.

    Der Mann wischte sich einige Spritzer der Reste von Mutter Maus von der Jacke, packte den Hammer weg und die Handschuhe wieder in die Tasche.

    Er gab dem herumliegenden Katzenkadaver einen Tritt und beförderte diesen damit ins Feld neben der Gartenhütte.

    Sein Blick ging rundum. Ob ihn vielleicht jemand beobachtet hätte.

    Etwas unwillig sprach er im Weggehen dann zu sich selbst.

    „Was haben diese Viecher eigentlich geglaubt ?
    Nur weil ich ein Katzenhasser bin, bin ich noch lange kein Freund von ein paar blöden Mäusen !“



    EPILOG
    Der Nachhauseweg über das weite Feld war begleitet von einem fernen Donnergrollen.

    Ein Gewitter kündigte sich an.

    Nichts, wirklich rein gar nichts, stand im Zusammenhang mit einer, wie auch immer gearteten, höheren Gerechtigkeit.

    Der Blitz allerdings, der Blitz – der hatte völlig eigene Pläne.


    ABSPANN
    Beim Verfassen dieser Geschichte wurde kein Tier ernsthaft verletzt.
    Vermutlich.

  • Strafe muss seinDatum05.07.2019 14:12
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Strafe muss sein
    von Gilbert Kapkowski 05.07.2019


    Es kam, wie es kommen musste. Ein Märchen aus nicht allzuferner Zukunft.

    Eines schönen Tages oder besser gesagt im zeitigen Morgengrauen, holte der Sensenmann den bekannten politischen Kommentator Professor Albern von Lücke.

    Zu Lebzeiten war dieser Schnellsprecher bekannt geworden durch allzuviel dahergeschnatterte, wie eigentlich nichtssagend überflüssige, Anmerkungen zur politischen Lage in Berlin und Europa.

    Aber für seine Beliebtheit im Fernsehen, zumindestens in 2-3 Sendern, da konnte dieser Fachmann wohl rein gar nichts.

    Unmittelbar nach seinem Ableben ging es mit seiner Karriere allerdings ziemlich nahtlos weiter.

    Für eine Reservierung in der HÖLLE (...andere Geschichte...Anmerkung des Verfassers...) reichten seine Qualifikationen bei weitem nicht aus.

    Also ergab sich die Einstufung für eine passende Tätigkeit als politischer Beobachter im HIMMEL.

    Im Himmel wimmelte es nur so von Politikern aus allen möglichen Zeiten und Welten. Einige von ihnen schienen bereits zu Lebzeiten einen heiligen Schein gehabt zu haben. Also geradezu die besten Voraussetzungen, später bei und neben der allerhöchsten Macht als solcher zu verweilen.

    Dies näher zu analysieren und zu hinterfragen, bzw. darüber weiterhin Unsinn verbreiten zu dürfen – das sollte die neue Aufgabe von Albern von Lücke im Himmel der Deutschen sein.

    Als so eine Art unterstufiger „Teilzeitadliger“ mit einem „von“ im Namen wurde ihm als Tutor eine vorläufige Hilfskraft ähnlich edler Natur zur Seite gestellt.

    Der Typ hiess „von Tuten und Blasen“.

    Aber auch davon schien er nicht wirklich Ahnung zu haben.

    Die Begrüssung und Ersteinweisung durch den zuständigen Beauftragten fiel etwas spärlich aus. So besonders wichtig war der Neuankömmling wohl nicht.

    Von Lücke und sein Assistent wurden sehr schnell vor die Tatsachen gestellt.

    Das Einsatzgebiet für den Aufenthalt deutscher Politiker im Himmel war dem Strandbad Wannsee im Berliner Sommer nachempfunden.

    Eigentlich sah das Gelände täuschend echt aus.

    „Ich kenne das hier bereits“, erklärte von Lückes Hilfslehrer erleichtert.
    „Praktisch geht es den Meisten gut hier, weil sich vor allem die Prominenz zum Baden und Sonnen im eigenen Erfolg versammelt hat.“

    Er fuhr fort:

    „Die Sache hat nur einen gewissen Schönheitsfehler.
    Es gibt eine kleine Strafmassnahme, an der keiner der Politiker vorbeikommt.
    Sie müssen in dem Verhältnis ins Wasser, in dem sie in ihrem Leben gelogen und betrogen haben. Wenn sie Pech haben, gehen sie hier endgültig unter.“


    „Hmh“, meinte von Lücke, „mal sehen, was man dazu noch kommentieren könnte.“

    Der Tutor hatte allerdings keine Ahnung davon, wie das gemeint war.

    Er deutete auf einen Rollstuhlfahrer, der bis über die Hüfte im Wasser verschwunden war. Die Reifen waren nicht mehr zu sehen, aber beide Beobachter wussten natürlich sofort, wer der Betreffende war.

    „Beispielsweise der da, Sie wissen schon. Der kam hier kurze Zeit vor Ihnen an. Er hat sogar noch einen Geldkoffer mit DMark in der Hand, aber eben alles schön unter der Oberfläche und man sieht selbst hier nichts davon.“

    „Interessant“, meinte von Lücke.

    Er wollte unmittelbar mit grossem Wortschwall loslegen, aber dann fiel sein Blick auf eine männliche Gestalt in der Nähe, die ihm bekannt vorkam.

    Der Betreffende sah deutlich angeschlagen aus.
    So als wäre er aus grosser Höhe auf den flachen Boden gestürzt.

    Er stand aber gerade mal bis zu den Knien im Wasser.

    Der Tutor bemerkte den kritischen Gesichtsausdruck von Lückes.

    „Haben Sie ihn erkannt ?“

    „Ja, aber nur, weil er so eine Art kaputten Fallschirm in der Hand hält.“

    Von Lückes Begleiter vermied jede Andeutung von Ahnungslosigkeit.

    „Der hatte hier eine sehr unsanfte Landung, aber irgendwie auch Glück, weil er mitten auf einer Sandbank aufgeschlagen ist.
    Vermutlich wäre er sonst komplett abgetaucht.“


    Allmählich hellte sich von Lückes Stimmung merklich auf.

    Hier gab es einiges, was immens politisch zu kommentieren wäre.
    Offensichtlich war er am völlig richtigen Platz.

    Bevor er endgültig wieder loslegen konnte, fehlten ihm jetzt allenfalls das passende Studio, ein zuträglicher Nachrichtensender, eine freundlich gesonnene Talkshow und vielleicht 1-2-3 flugs hingehaltene Mikrophone.

    Dann würde sein geschnarrtes Geschnattere seine Wirkung entfalten.

    Bevor er seinen Begleiter auf diese hinderlichen Begleitumstände seines geplanten Kommentierens hinweisen konnte, wies dieser auf eine Szene hin, die auch den Polit-Profi Albern von Lücke zunächst sprachlos machte.

    Ein kleines Stück entfernt, aber deutlich sehr weit draussen im tieferen Wasser, war ein sehr bekannter, früherer Politiker zu erkennen.

    Das klare Wasser hatte sich an dieser Stelle braun verfärbt.

    Offensichtlich resultierte die Farbgebung aus einer Mischung von grünen und roten Blasen, die unterhalb der Position des Betreffenden aufstiegen.

    Von Lücke holte tief Luft und musste ein paar Mal schlucken.

    „Ich glaub es einfach nicht“, sagte er.
    „Wenn ich es jetzt nicht mit eigenen Augen gesehen hätte.“

    „Der hat zu seinen Lebzeiten garantiert nicht immer die reine Wahrheit gesagt.
    Aber jetzt steht er mit seinen Schaftstiefeln in aufrechter Haltung mitten im See und bleibt dabei fast völlig trocken. Ist das zu fassen ?
    Ausgerechnet ER kann sogar im Himmel über das Wasser gehen ?“


    In diesem Moment öffnete sich eine verborgene Tür und eine bärtige ältere Gestalt stürmte eilig in Richtung Ufer.

    „Aha“, sprach von Lückes Tutor, „jetzt wird’s himmlisch.
    Da hinten kommt der CEO höchstpersönlich zum Einsatz als Bademeister.“


    Besagte Gestalt hatte inzwischen das Wasser erreicht, gestikulierte wild am Ufer und rief laut in die Richtung des aufrecht stehenden Herrn.

    „Adolf, jetzt ist endgültig Schluss mit Deinen Tricks.
    Sofort runter von Angela !“

  • Die besten Witze aller ZeitenDatum05.07.2019 13:55
    Thema von gkapkowski im Forum Best of...

    Zwei Gesässbacken unterhalten sich.

    Meint die eine:
    „Wir beide passen eigentlich ganz gut zusammen. Was meinst Du – wollen wir heiraten?“

    Die andere entgegnet:
    „Das bringt nichts. Wir gehen sowieso bei jedem Scheiss gleich wieder auseinander !“

  • Der dritte WunschDatum04.07.2019 12:27
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Der dritte Wunsch
    von Gilbert Kapkowski 27.12.2018


    Es war ein kalter, nebliger Tag in einer dunklen Jahreszeit.

    Stille umgab das Haus, düster schien das Licht im Zimmer.

    Ich war allein.

    In meinen Gedanken verschwommen Realität und Illusion miteinander.
    Grübeln setzte ein und endete abrupt wieder.

    Plötzlich klopfte es, völlig unerwartet, an der Eingangstür.

    „Lass mich herein“ ertönte eine Stimme.
    Und es klang weiter: „Heute ist ein Glückstag für Dich.“

    Verwundert öffnete ich und herein trat eine Gestalt in fliessenden schillernden Gewändern.

    Bei näherer Betrachtung wirkte die Person ausgesprochen androgyn.
    Weder schön noch hässlich und auch sonst nicht sehr einprägsam.
    Ich konnte mich später nicht mehr daran erinnern, ob ich kurze oder lange Haare auf dem Kopf gesehen hatte.

    Auf Anhieb hätte kaum jemand definieren können, wen genau man vor sich hatte. Ich drehte mich etwas zur Seite und liess den überraschenden Besuch an mir vorbei in den Raum eintreten.

    Noch ehe ich irgendetwas sagen oder fragen konnte, erhob er-sie-es die Stimme: „Ich bin eine gute Seele für Dich. Man könnte mich auch als Fee oder etwas anderes in dieser Art bezeichnen. Jedenfalls bin ich heute gekommen, um Dir 3 Wünsche zu erfüllen.“

    Ich holte tief Luft, um dieser Überraschung eine schnelle Antwort geben zu können.

    „Ist ja wie im Märchen. Soll das ernstgemeint sein oder darf ich irgendeine originelle Art von Werbung annehmen ?
    Falls ja, ist mir das von vornherein zu dumm damit !“


    Die Gestalt breitete die Arme weit aus, schüttelte den Kopf und entgegnete:
    „Nein, das ist kein Märchen, sondern Deine einmalige Chance mit drei Wünschen Deiner Wahl. Du kannst Dir alles wünschen, was immer Du willst. Ich bin dabei nur der Vermittler oder gewissermassen der Manager.“

    Ich liess mich in meinen Sessel fallen und hob die Hand.

    „Alles klar. Bei diesem seltsamen Event 3 Wünsche frei spiele ich erstmal mit.
    Weil ich nicht ganz so blöd bin, würde mein erster Wunsch selbstverständlich darin bestehen, mir endlos weitere Wünsche zu wünschen.
    So, nun kann es mit den weiteren Wünschen losgehen.
    Ich glaub das Ganze sowieso erst dann, wenn praktisch wirklich was passiert. Ansonsten muss ich diesen Termin sehr schnell beenden und widme meine Zeit wichtigeren Themen.“


    Mein Besuch schüttelte erneut den Kopf.
    Immer noch war nicht zu erkennen, ob es sich bei dieser „Fee“ um ein männliches oder weibliches Exemplar handelte.
    Oder um etwas neuzeitlich Diverses irgendeiner Ausprägung.

    Dieses Rätsel lief weiter im Nebenprogramm der seltsamen Begegnung.

    „Oh, ich bin ja grad deswegen hier, um einige Grundlagen der drei Wünsche klarzustellen. Sowie mögliche Missverständnisse und Fehldeutungen von vornherein vermeiden zu helfen.“

    Ich kratzte mich verlegen am Kinn.
    „Und das bedeutet nun – was ?“

    „Also zunächst ist die Wahl tatsächlich auf drei Wünsche beschränkt.
    Und diese müssen sehr eindeutig und in sich plausibel sein.
    Es gibt keine Möglichkeit für Sonder-, Zusatz- oder Nebenwünsche.
    Weder offen noch versteckt.
    Diese Regelung bedeutet, dass endloses Wünschen genauso ausgeschlossen ist, wie das Wünschen nach komplexen Unendlichkeiten, Ewigkeiten, grenzenlosen Befähigungen oder Besitztümern jenseits des Prinzips von Ursache und Wirkung.“


    „Aha“, entgegnete ich. „Ich glaube, ich bin dem Trick schon auf der Spur.
    Es wäre für mich also gar nicht möglich, dass ich mir wünsche, ich wäre das reichste und mächtigste Lebewesen in der ganzen Welt.“


    Der rätselhafte Besucher hob wieder die Arme.

    „Oh doch. Das könntest Du Dir wünschen und dieser Wunsch ginge sofort in Erfüllung. Doch bedenke Folgendes: Mit der Umsetzung eines solchen Wunsches ist nicht verbunden, dass Du dann, beispielsweise, auch das zufriedenste oder am meisten geliebte, verehrte, respektierte, Lebewesen sein würdest.
    Egal, was Du Dir wünscht – das eine hat zumeist mit dem anderen nichts zu tun. Möglicherweise resultiert sogar das komplette Gegenteil davon.“


    Ich kam wieder ins Grübeln, welches unmittelbar vor Erscheinen des Besuchers geendet hatte.

    „Ich verstehe, aber damit wird die Sache praktisch enorm schräg aus meiner Sicht. Egal, was ich mir an umfassenden Wünschen zurechtlegen würde – es könnte sich für mich im praktischen Leben nutzlos oder sogar schädlich auswirken.
    Soviel zum Thema „Glückstag“, mit dem Du hier reingeschneit bist.“


    Die gute Fee oder was auch immer es war, was vor mir stand – lächelte.

    „Ich sehe, Du bist nicht so dumm, wie einige andere vor Dir.“

    „Wen meinst Du ? „fragte ich.

    „Ein paar von denen aus den Märchen.“

    „Nun“, fuhr mein Besuch fort. „Es wird Zeit für Deinen ersten Wunsch.
    Immerhin haben wir inzwischen schon einiges klargestellt und die Zeit, also auch meine, die ist für diese drei Wünsche begrenzt.
    Beweise für meine Fähigkeit, es wahr werden zu lassen, erübrigen sich.
    Schon die Erfüllung des ersten Wunsches wird das zeigen.“


    „Schwer zu entscheiden“, entgegnete ich. „Aber ich hätte da schon eine Idee.“

    „Nur zu !“

    Ich erhob mich aus dem Sessel und wanderte ein paar Schritte herum.

    „Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, würde es für mich nicht möglich sein oder zumindestens irgendwie riskant, wenn ich als ersten Wunsch hätte, ich möchte ALLWISSEND und ALLMÄCHTIG sein.“

    Mein Besucher lächelte wieder. Diesmal mit einem etwas hintergründigen Ausdruck im Gesicht.

    „Gut erkannt. Da gab es sogar mal einen Film mit dem Motto:
    Es kann nur einen geben.“


    Diesmal brachte ich einen hintergründigen Blick ins Spiel.
    Mein Gegenüber erwiderte ihn nicht, sondern führte weiter aus:

    „Ja, diesen Typen, wenn ich so sagen darf – den gibt es schon.
    Allmächtig und allwissend, das ist nach allen Annahmen, Vermutungen und Glaubensrichtungen nur einer. Der-die-das Eine !
    Angeblich sind die Menschen nach dessen Ebenbild erschaffen worden.“


    Stilles Abwarten folgte.

    Mein erster Wunsch war jedoch längst klar.

    Falls es damit nicht klappen würde, wäre die ganze Sache ad absurdum geführt.

    „Bring mal den einen her, der angeblich allmächtig und allwissend ist.
    Der Zweck seines Erscheinens soll sein, dass er mir alle Fragen beantwortet, die ich ihm stellen werde.“


    Ich konnte nicht feststellen, ob mein Besucher daraufhin irgendeine Bewegung gemacht hatte oder was sonst geschah.

    Die nächste Sekunde ähnelte einem plötzlichen Aufwachen und der schnell verblassenden Erinnerung daran, was unmittelbar davor in einem Traum geschehen war.

    Eine weitere Person stand vor mir im Raum.

    Ebenso wie bei der, bereits anwesenden, guten Fee der drei Wünsche, war nicht auszumachen, welches Geschlecht dem Anwesenden zugrunde lag.

    Die neu erschienene Person schien eher jung zu sein, aber die Umrisse und das Gesicht waren nur undeutlich zu erkennen. Man konnte nicht sicher sein, wer da eigentlich vor einem stand. Es könnte auch etwas sehr Altes darstellen.

    Undeutlich blieb, ob er-sie-es überhaupt auf Füssen stand.
    Oder ganz leicht abgehoben über dem Boden schwebte.

    Ich fragte zaghaft: „Bist Du der, den ich mir grad herbeigewünscht hatte ?“

    Zu meiner Verwunderung schien es keinerlei Sprach- oder Verständigungsprobleme zu geben.

    Die Gestalt antwortete sofort:
    „Ich nehme an, dass es so ist. Schliesslich war genau das Dein Wunsch, oder ?“

    Meine nächste Frage war:
    „Unendlich Zeit für meine Fragen habe ich vermutlich nicht, aber wieviele Fragen kann ich stellen ?“

    „Alle, die Dir einfallen, bis es für Dich selbst keinen Sinn mehr damit macht.“

    Ich schaute verwundert in Richtung gute Fee.
    Der erste Besucher stand etwas abseits und beobachtete stumm.
    Oder hörte einfach nur zu.

    „Bist Du Gott ?“

    Die Antwort kam prompt und ohne Zögern.
    So wie alle weiteren Antworten in Folge.

    „Das ist nur ein Name. Jeder, der mich so nennen möchte, kann das tun.
    Es beweist aber rein gar nichts.“


    Diese Antwort machte es nicht gerade leichter.

    „Also präziser. Bist Du der Schöpfer des Universums oder aller Universen, die es vielleicht noch gibt, gab und geben wird ?“

    „Diese Frage kann ich für Dich nicht ganz genau beantworten.
    Lass es mich so sagen: Leute auf Deinem Entwicklungsstand würden mich eher als so eine Art „gamer“ erleben. In diesem grossen Spiel und in den vielen anderen nebenbei kann und weiss ich alles.
    Allerdings liegt es in der Natur der Sache, dass die Spielregeln von den Spielfiguren nicht leicht oder gar nicht zu verstehen sind. Ich werde deswegen einen Wunsch nach einer Erklärung nicht erfüllen. Es würde damit viel zu lange dauern.“


    Ich schüttelte den Kopf.

    „Warum kann ich mir denn nicht wünschen, tatsächlich ALLES zu verstehen ?"

    Die Antwort kam erneut sofort:

    „Doch, das kannst DU Dir wünschen. Allerdings würde Dich das Ergebnis nicht zufriedenstellen. Das kannst Du mir GLAUBEN. Auch wenn Du offensichtlich ansonsten nur wenig zu glauben scheinst.“

    Irgendwie fühlte ich mich beim bisher erfolgten Verlauf des Gesprächs unbehaglich.

    „Ich hätte bis vor ein paar Augenblicken auch nie geglaubt, dass ich mal solch eine Unterhaltung führen würde.
    Aber einfach mal weitergefragt und zwar sehr konkret für mich persönlich: Welchen Sinn hat das ganze Leben, woher komme ich, wohin gehe ich ?
    Was sind Raum, Zeit, Energie und Materie ?"


    Wieder erfolgte die Antwort schnell:

    „Es gibt keinen Sinn des Lebens. Ausser Du gibst ihm einen.
    Wo Du her kommt, dort warst Du schon und wo Du hin gehen wirst – auch. Jedenfalls so ungefähr.
    Raum, Zeit, Energie, Materie und der Rest, den ich Dir jetzt nicht erklären werde, sind Elemente, die sich aus den Spielregeln ergeben. Sie bedingen einander. Das eine ist ohne das andere nicht existent.
    Ausser die Spielregeln sind andere, als die, die grad hier und jetzt gelten.“


    Ich fühlte mich immer unbehaglicher.

    „Das sind alles keine Antworten, die ich gerne gehabt hätte.
    Du sprichst mehr oder weniger in Rätseln.“


    Es schien, dass mein Gegenüber tatsächlich ein wenig höher über dem Boden zu schweben begann.

    „Dein Wunsch war es, dass ich Deine Fragen beantworte.
    Nun, genau das tue ich. In für Dich verständlicher Sprache.“


    Unwillig erwiderte ich:
    „Ich bin leider kein theoretischer Physiker, der offene Fragen mit Hilfe komplexer Formeln zu Antworten über das grosse Ganze vor dem Urknall deuten könnte.“

    Inzwischen schwebte die Gestalt eindeutig um einiges über dem Fussboden.

    „Dir scheint also klar zu sein, dass Fragen-stellen Dich kaum weiterbringt.
    So wie Du Dir das ursprünglich wohl erhofft hattest, als Du meine Anwesenheit gewünscht hattest.“


    Diese Aussage machte das Gespräch für mich weiter unbehaglich.

    „Doch, ich hätte da noch eine Frage.
    Die Antwort wäre wichtig für meinen zweiten Wunsch.“


    „Und ?“

    „Ich vermute, ich bin nicht dumm, wenn ich annehme, dass es keinen Sinn macht, wenn ich mir einfach das Böse aus der Welt weg wünsche.
    Nach allen meinen Erfahrungen halten sich die Bösen meistens selber für die Guten. Die vermeintlich Guten verhalten sich wiederum oft recht schnell böse und rechtfertigen das mit irgendwelchen höheren Werten.“


    Mein göttliches? Gegenüber stand plötzlich mit beiden Beinen fest auf dem Boden.

    „Ich darf mal eine Gegenfrage stellen:
    Du glaubst wirklich, dass Du dem Täter auf der Spur bist, oder ?“


    Ich schüttelte den Kopf und entgegnete Folgendes:

    „Wenn Du schon jemand wie mir auf der Spur sein möchtest.
    Ich würde mir gar nichts nur für mich selber wünschen. Allerdings interessieren mich die Opfer mehr als die Täter.“


    „Stell Deine nächste Frage !“

    „Was wäre, wenn ich mir einfach wünsche, dass niemand auf diesem Planeten oder überhaupt irgendwo-irgendwann unglücklich ist ?“

    Die antwortgebende Gestalt schien den Boden wieder verlassen zu haben.

    Sehr schnell erfolgte die Antwort.

    „Wenn niemand auf der Welt mehr unglücklich ist, wird das die Sadisten bestimmt nicht zufriedenstellen.“

    Ich senkte den Kopf.

    Dann erinnerte ich mich an eine Beobachtung im Sommer, die mich seinerzeit zum Nachdenken gebracht hatte.

    Damals sass ich nachmittags auf meiner Hollywoodschaukel und hatte beobachtet, dass unter dem Dach des Gartenpavillions eine Biene kopfüber, also verkehrtherum, auf der Stelle angestrengt mit lautem Brummen auf der Stelle flog.

    In dieser Fluglage, Richtung Rücken zum Boden und immer an derselben Position, war die Sache sehr ungewöhnlich.

    Bei näherem Hinsehen war erkennbar, dass sich die Biene in einem feinen Spinnenfaden verfangen hatte und trotz intensiver Bemühungen nicht freikommen konnte. Von der Spinne war nichts zu sehen.

    Mit Hilfe einer Fliegenklatsche befreite ich die Biene vorsichtig aus der Verstrickung und setzte sie auf eine nebenstehende Blumenpflanze im Garten.
    Es war zu erkennen, dass die Biene von der langen Anstrengung des hilflosen Flugmanövers im Spinnenfaden sehr gestresst und erschöpft war.
    Ich überliess sie sich selbst und dachte mir, dass sie sich vielleicht vom Rest des Gespinstes freiputzen würde und sich erholen könnte.

    Irgendwie kam mir das vor wie eine kleine Lebensrettung.
    Die es ja tatsächlich auch gewesen war.

    Erst später kam mir der Gedanke, dass durch mein Einwirken wiederum der Spinne ihr Abendessen abhanden gekommen war.

    Vermutlich würde sie oder ihr Nachwuchs jetzt nicht verhungern müssen, aber ich sinnierte darüber, dass ein „Falsch“ oder „Richtig“ in der freien Natur und auch anderswo, nicht immer ganz einfach zu beurteilen ist.

    „Hab´s irgendwie schon verstanden“, entgegnete ich.
    „Es ist egal, wie ich die Sache mit dem Wünschen weiter angehen werde.
    Praktisch wird nichts dabei herauskommen oder es dreht sich damit irgendwie immer nur im Kreis.“


    Mein Gegenüber gab keine Antwort dazu.

    Ich seufzte und liess mich enttäuscht in den Sessel zurücksinken.

    „Ich wünschte, das alles wäre einfach nie passiert !“

    Die nächste Sekunde ähnelte dann wieder einem plötzlichen Aufwachen oder der schnell verblassenden Erinnerung daran, was unmittelbar davor in einem Traum geschehen war.

    Nichts erinnerte an die allmächtige und allwissende Erscheinung, die mir gegenüber aufgetaucht gewesen war.

    Auch die überraschende Gestalt des Vermittlers der drei Wünsche war verschwunden.

    Es erschien eindeutig so, als hätte es diese nie gegeben.
    Nur meine ständig blasser werdende Erinnerung daran war noch vorhanden.

    Ich war allein.

    Jetzt wieder oder schon immer.

    Erst nach eine Weile des Grübelns erinnerte ich mich daran, dass ich tatsächlich nur zwei Wünsche geäussert hatte.

    Es blieb also immer noch ein dritter Wunsch übrig.
    Der auf seine Erfüllung wartete.

    Ich überlegte, was ich jetzt tun sollte.

    Dann kam mir die einzige Idee, die mir passend erschien.

    Ich setzte mich an meine Tastatur und schrieb die Geschichte dazu.

    Diese Zeilen werden mich vermutlich einige Zeit überleben und ein paar Leute werden sie lesen.

    Vielleicht klopft es in naher-ferner Zukunft bei irgendjemand an der Tür.

    Der dann von einer seltsamen Gestalt das Angebot überbracht bekommt,
    den noch ausstehenden Wunsch in Erfüllung gehen zu lassen.

    Den dritten Wunsch.

    Was würdest DU Dir wünschen ?

  • Best of...sonst-noch-wasDatum06.06.2019 13:32
    Thema von gkapkowski im Forum Best of...





























  • Best of HelgeDatum29.05.2019 13:31
    Thema von gkapkowski im Forum Best of...









  • Die Spasskassen-StoryDatum17.04.2019 15:12
    Thema von gkapkowski im Forum Bild`Dir Deine eigene...

    Die "Spasskassen-Story" wurde im Jahr 2015 geschrieben - damals aus aktuellem Anlass des direkt Betroffenen.

    Der seinerzeit wirklich hanebüchende Auftritt der Geschäftskundenabteilung einer -nicht näher genannten- "Spasskasse" war für den Verfasser Anlass, eine mehr oder weniger humorvolle Glosse zu verfassen. Im Kern ist diese ganze Story allerdings so komplett wahr, wie sie nur sein kann.
    Und es ist leider masslos traurig, wie echte "Profis" Geld abzocken wollten im Stile von "money for nothing".

    Hier nachlesen als pdf

  • Die Hoffnung stirbt zuletztDatum25.03.2019 15:15
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Die Hoffnung stirbt zuletzt
    von Gilbert Kapkowski 16.03.2019


    Auf der grossen Flucht vor dem BÖSEN war die WAHRHEIT auf der Strecke geblieben.

    Nichts war von ihr übrig, ausser ihrer unattraktiven Stiefmutter, der VERDREHUNG, die allerdings mit Tatsachen gut umzugehen wusste.

    Ein paar Lehrjahre als Sekretärin, Vor- und Hinterzimmerdame bei den Leitmedien hatten für sie sehr grossen Nutzen gebracht.

    Das BÖSE war in der Zwischenzeit auf allen Ebenen geschickt darin gewesen, sich überzeugend als das GUTE darzustellen.

    Falls notwendig, auch als das WAHRE oder SCHÖNE.

    Völlig gegenteilig wirkende Auftritte seines inneren Selbst zu präsentieren – diese Kunst beherrschte das BÖSE wahrlich meisterhaft.

    In Wirklichkeit war am BÖSEN ehrlicherweise nichts SCHÖN.

    Aber weil sich die Sache mit der WAHRHEIT gründlich erledigt hatte, konnte das niemand in ein richtiges Licht rücken.

    Beispielsweise liess sich die HALTUNG, eine ziemlich naive Nachahmerin der längst verschwundenen echten ZIVILCOURAGE, mit Leichtigkeit an der Nase herumführen.

    Die VERDREHUNG der Tatsachen kam zur richtigen Zeit als Verbündete ins Spiel.

    Ab diesem Zeitpunkt war es allgemein äusserst schwer, das GUTE eindeutig zu erkennen. Denn das BÖSE hatte es sich prinzipiell bereits zu eigen gemacht und betrieb seinen Feldzug in jeder Maske seiner Wahl.

    Als das schnelle Ende der WAHRHEIT kam, blieb ihrer grossen Schwester, der HOFFNUNG, nichts weiter übrig als eine eilige Flucht anzutreten.

    Sie rettete sich überhastet zu einem entfernten Verwandten, dem GLAUBEN.
    Um dort erstmal in Klausur zu gehen und einen gewissen inneren Halt zu suchen.

    GLAUBE und HOFFNUNG sassen in ihrer Unterkunft zusammen, waren beide einigermassen ratlos, wie es nun weitergehen sollte.

    Zwei gute alte Freunde, EHRLICHKEIT und ANSTAND, waren seit dem Ende der WAHRHEIT in die Ferne ausgewandert und in der alten Heimat nicht mehr so leicht aufzufinden.

    Der GLAUBE war innerlich zerrissen und haderte mit der Erkenntnis, dass oft auch die Bösen gerne fest an etwas glauben.

    Oder im Falle eines Falles den GLAUBEN nach allen Kräften gründlich missbrauchen.

    Man beratschlagte, ob es hilfreich sein könnte, gemeinsam weitere Unterstützer zu finden.

    Die Überlegungen gingen sogar in Richtung zweier flüchtiger Bekannter von zweifelhaftem Ruf. Mit den Künstlernamen LIST und TÜCKE.

    In neueren Zeiten hatten diese beiden Ratgeber sich zunehmend vor allem als Musiker, Schauspieler, Propheten und YouTuber mit und ohne Bart betätigt.

    Sehr aktiv waren sie in der gaming-Szene, bei Vermögensratschlägen, der Analyse flacher Erden und des restlichen Universums.
    Sowie in Sachen gretagrünmagisches Klima, Sport, Gesundheit und Viren für und gegen alles.

    Nebenbei boten sie auch noch Sprachkurse an.
    Vor allem arabische, denn die waren plötzlich grenzenlos angesagt.

    Die offene Frage blieb, ob solche Influencer, also so eine Art Krankheitserreger an sich, nicht schon heimlich, still und leise allesamt zur falschen Seite übergewechselt waren.

    Oder von vornherein sowieso immer auf der richtigen Seite stehen.
    Alternativlos.

    Sonst könnte man am Ende noch auf den Gedanken kommen,
    dass sich HASS und HETZE mal wieder gut getarnt haben.
    Denn eigentlich dreht es sich tatsächlich nur um LIST und TÜCKE.

    Die WAHRHEIT darüber stand jedoch nicht mehr zur Verfügung.

    Ehe der Konflikt in einer weiteren panischen Flucht der HOFFNUNG gipfelte, trat plötzlich die beste Freundin des GLAUBENS herein.

    Die TREUE war eine, inzwischen, sehr alte Dame.
    Auf den ersten Blick wirkte sie irgendwie nicht unattraktiv, aber bei näherem Hinsehen schien das Bild etwas klarer zu werden.
    Sie hatte nämlich bereits vor dem europäischen Mittelalter ihre besten Zeiten hinter sich gehabt.

    Von Geburt war sie gerüchterweise Reichs-Deutsche und damit Staats-Bürge.
    Möglicherweise stammte sie aber auch aus dem Euro-Binnen-Raum Saar / Letzeburg.

    Was für die ganze Geschichte noch aufschlussreicher gewesen hätte sein können.

    Vielleicht in der direkten Ahnenreihe eines Grafen oder Junker von Luxemburg.
    Ein treuer Husar und früherer Steuer-Mann seiner landestypischen Vorteile.
    Reitet auf Europa herum, wie seinerzeit die schöne Frau auf dem Stier des Zeus und hat wegen dieser Anstrengung seit einiger Zeit Rücken.

    Angeblich war die TREUE aber nicht wirklich rein-rassig.
    Sondern lediglich weitläufig mit irgendwelchen Nibelungen im Rheinland verwandt oder verschwägert.

    Ansonsten war von ihren Familienverhältnissen nur bekannt, dass sie in jüngeren Jahren im Karneval mal was mit einem VERTRAUENsmann von einer Versicherung angefangen hatte. Also mit einem Widerspruch in sich.

    Gerüchte besagen, dass die wilde Ehe zwischen VERTRAUEN und TREUE durch eine diverse Erscheinung aus deren unmittelbaren familiären Umfeld kaputtgemacht worden sein soll.

    Offensichtlich war es das, ständig umherschleichende, MISSTRAUEN, welches die amtliche Trauung der ersehnten ewigen Liebesbeziehung verhinderte.

    Gleich nach Eintreffen versuchte die TREUE, die bedrückte Stimmung mit guten Worten in leichter Sprache etwas aufzuhellen.

    Es folgte eine pastorale Rede nach dem Motto
    „fester GLAUBE und ewige TREUE - bis in den TOD“.

    Ihr langer Monolog endete in folgender Erkenntnis:
    Wenn der GLAUBE nur fest genug ist, dann besteht bis zum ENDE auch HOFFNUNG.

    Die HOFFNUNG hörte sich den Vortrag aufmerksam an.
    Aber als sie sich umsah, fehlte ihr plötzlich und überraschend der GLAUBE.

    Denn der war mit einem Satz aus dem Haus gesprungen und verschwunden.

    Als die, allen überlegenen, Endspielgegner ENDE und TOD erwähnt wurden, liess der GLAUBE nämlich sofort von der HOFFNUNG ab und versuchte, sich aussichtsreicheren Partnern zuzuwenden.

    Nicht unwahrscheinlich, dass er es unmittelbar bei einem alten Freund Schlaumeier versuchen würde – dem ERFOLG.

    Denn wie allgemein bekannt ist – der ERFOLG gibt wirklich jedem RECHT.

    Ausserdem – der TOD ist gewiss. Die HOFFNUNG bleibt eher ungewiss.

    Die TREUE Freundin schien ähnliche Überlegungen angestellt zu haben.
    Jedenfalls ergab es sich, dass sie dem GLAUBEN sogleich zur Tür heraus folgte.

    TREU und GLAUBEN waren beide blitzschnell entschwunden.
    Nichts mehr zu sehen davon.

    Die HOFFNUNG sass wieder allein und von allen verlassen da.
    Traurig dachte sie daran, was sie von der WAHRHEIT in einer stillen Stunde mal erfahren hatte. Damals fehlte ihr grad nur der, dazu passende, GLAUBE.

    TREUE baut am liebsten auf reinem GLAUBEN auf.
    Die HOFFNUNG, es wäre anders, kann man getrost vergessen.

    Wie soll es nur weitergehen ?

    Der letzte Akt folgte schnell.

    Das BÖSE hatte die ganze Zeit über vor der Tür gelauert und gelauscht.
    Heimlich, still und leise. Ziemlich kultiviert eben. Dazulernen schadet nicht.

    Nun trat es herein und hatte den letzten Funken HOFFNUNG vor sich.
    Hoffnungslos angsterfüllt, eingeschüchtert, einsam und schwach.

    Das BÖSE wusste in einer netten Art sanft zu beruhigen.

    Genau das beherrscht dieser Typ ausgesprochen GUT.
    Jedesmal, wenn es drauf ankommt.

    Es geschieht erstmal nichts.
    Vor mir brauchst Du nicht wegzulaufen.

    Die Sache mit der ständigen VERDREHUNG läuft ganz in meinem Sinne.
    In Zusammenarbeit mit der DUMMHEIT funktioniert alles umso besser.

    Wenn das mit dem GLAUBEN an die richtige Sache demnächst zum grossen Durchbruch kommt, dann werde ich sogar eine neue WAHRHEIT verkünden.

    Die meisten werden damit vermutlich zufrieden sein.
    Besonders die, die gerne an eine Wiederauferstehung GLAUBEN.

    In WAHRHEIT war diese niemals weg.
    Sie ist nur eine andere.

    Von der alten WAHRHEIT ist bloss ein vertrauter Satz übriggeblieben.
    Die Hoffnung stirbt zuletzt.

    Also, liebe HOFFNUNG, gib Dich selbst nicht auf.

    Vielleicht wirst Du von mir noch mal gebraucht.

  • Ein SonntagserlebnisDatum09.11.2018 09:15
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Ein Sonntagserlebnis
    unbekannter Verfasser – gefunden zu Beginn der 70er-Jahre – neu geschrieben 09.11.2018

    Am Sonntag war ich mit einem Freund bei einer Bekannten eingeladen.
    Da ich vergessen hatte, Blumen zu kaufen, fuhren wir schnell zum Hauptbahnhof, um welche am Automaten zu ziehen.

    Ich warf 5 DM ein, aber wie es bei so vielen Automaten ist:
    Es kam nichts heraus. Weder Blumen noch Geld zurück.

    Mein Freund sagte: „Ohne die 5 DM gehen wir hier nicht wieder weg und wenn ich den ganzen Automat kurz und klein schlagen muss.“

    Er trat kräftig dagegen.

    Ich bückte mich, um zu sehen, ob die 5 DM oder eventuell Blumen herauskämen.

    Plötzlich machte es „KLACK“ und die Automatenklappe schlug mir ins Gesicht.

    Mein Freund lachte, weil ich so verdutzt guckte.

    Ich aber konnte gar nichts entgegnen, denn mein Unterkiefer war herausgesprungen.

    Ich hatte heftige Schmerzen. Wir fuhren zum Krankenhaus, um den Kiefer einrenken zu lassen, denn ich konnte nur noch röcheln.

    An der Pforte erklärte ich mühsam mein Unglück.
    Man schickte mich in den 2.Stock. Dort angekommen, nahm uns sofort eine Schwester in Empfang und sagte uns, dass mir noch etwa 20 Minuten warten müssten, da gerade ein Unfallverletzter genäht wurde.

    Ich musste also, trotz meiner grossen Schmerzen, ausharren.

    Jeder, der vorbeikam, schaute mich wegen meines schiefen Gesichtes an.
    Eine Frau mit einem Kind setzte sich direkt mir gegenüber.

    Der Junge trug einen dicken Mantel. Nach einiger Zeit wurde es ihm wohl zu warm darin und die Mutter setzte ihm die Kapuze ab.

    Siehe da – der Junge hatte einen Kochtopf auf dem Kopf.

    Die Mutter erzählte, der grosse Bruder hätte zu Weihnachten eine Trommel bekommen. Um dem nicht nachzustehen, hätten der Junge und sein jüngerer Bruder sich eine eigene Trommel aus dem Kochtopf gebastelt.

    Dabei hätte sich der Kleine den Kochtopf aufgesetzt und der andere Bruder darauf herumgetrommelt.

    Wie dem auch sei – man bekäme jetzt den Topf nicht mehr vom Kopf herunter.
    Deswegen wäre man jetzt hier, um sich den Kochtopf medizinisch entfernen zu lassen.

    Als ich das sah und diese Geschichte hörte, musste ich dermassen lachen, dass sich mein Kiefer plötzlich von selbst einrenkte.

    Ich war so froh, dass ich meine Geldbörse aufmachte, zu dem Jungen mit dem Topf hinging und sagte: „Du hast mir so geholfen. Wer weiss, ob ein Arzt das so schnell und schmerzlos hinbekommen hätte. Ich gebe Dir 5 DM, damit Du für eine eigene Trommel sparen kannst.“

    Der Junge freute sich sehr.

    Ich machte also meine Geldbörse auf und siehe da – es waren nur noch 18 Pfennige darin.

    Der Junge zog so ein langes Gesicht, als er das sah, sodass die Mutter ihm dadurch den Topf vom Kopf ziehen konnte.

    So war uns beiden geholfen.

  • Meister des GlaubensDatum13.08.2018 19:20
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Meister des Glaubens
    von Gilbert Kapkowski, geschrieben nach dem Sommercamp 2015


    Der alte Meister war tot.

    Einige seiner Feinde freuten sich darüber. Vielen anderen war es schlichtweg gleichgültig.

    Seine Vertrauten und ein paar der grossen und kleinen, sportlichen und unsportlichen Freunde versammelten sich noch einmal zum Abschied in einer Gruft, wo man ein schlichtes Grab hergerichtet hatte.

    Keine Sporthalle dieser Welt hätte passender aussehen können.

    Der alte Meister war sein Leben lang meist ziemlich klein, bescheiden und immer ein bisschen zu fleissig dahergekommen. Selten war er wichtig, pompös oder mit grossem Bahnhof aufgetreten.

    Genaugenommen war er den meisten Leuten, auch den vielen anderen Meistern, kaum aufgefallen. Manche davon hatten ihn und seine Lehrsätze sehr wenig ernstgenommen.

    So dachten alle, es wäre das Beste, ihn nicht übertrieben zu ehren und besondere Huldigungen nach seinem Ableben zu veranstalten.

    Zur Vielzahl der schon existierenden Helden und Unsterblichen musste man nicht noch einen wie ihn hinzufügen.

    Es war keine sehr bedeutende Trauerfeier; man gab sich allgemein bescheiden und zurückhaltend. Die meisten Teilnehmer waren in Gedanken noch nicht einmal besonders anwesend – sie hatten insgeheim längst eigene Pläne, die jenseits aller Gedanken oder Ratschläge des alten Meisters lagen.

    Man ging nach kurzem Gedenken schnell auseinander.


    Die meisten der vermeintlichen Freunde hatten sich wenig zu sagen und sie hatten zumeist noch weniger freundschaftliche Gemeinsamkeiten.

    Nach dem Ende des Meisters erst recht nicht.


    In einigen Fällen kam es bereits kurze Zeit später recht schnell zu Zerwürfnissen, Vorwürfen und Gegenvorwürfen - über den richtigen „WEG“.

    Vorschnelle Besserwisserei, eitle Gedanken, Fehleinschätzungen innerer wie äusserer Kräfte und noch andere Meinungen des JA und ABER – sie hingen nach und nach wie eine dunkle Wolke über der bisher einigermassen geordneten heilen Welt.

    Jeder verfolgte recht schnell einen eigenen „WEG“, der der beste und auch der anerkannteste sein sollte. Traditionen forderten ihr Recht und Recht bekamen sie. So wie es immer gewesen ist.

    Die meisten suchten Anschluss an vertraute oder mächtige Kräfte, an berühmte Schulen, an einen der vielen GROSSmeister und an irgendwelche Zauberer des Körpers oder Geistes, die zwar weniger die Wahrheit gepachtet hatten.

    Dafür aber ein grosses Arsenal an Fahnen, Überzeugungen, Sport-Soldaten und Propheten des „Erfolges“ aufzuweisen hatten.

    Der Erfolg geht dabei seinen eigenen Weg.

    Der alte Meister war schneller vergessen, als sich Füsse und Fäuste in sinnvolle Richtungen bewegen können.

    Auch sein Grab kannte bald niemand mehr. Wozu auch ?

    Denn wem NUTZT so etwas schon ?


    Bei einigen der früheren Freunde war die Zufriedenheit mit neuen Erfolgen so gross, dass sie erst recht über nichts mehr aus einer Vergangenheit nachdachten und danach handelten.

    Sondern deutlich mehr in ihrer praktischen Gegenwart tätig waren.
    Die Zukunft interessierte sie wiederum nur sehr vordergründig.

    Viel mehr, als noch früher, kam es ihnen auf den Nutzen an.

    Der Nutzen blieb jedoch oft nur ein Erfolg des Tages, wurde jedes Mal sehr schnell vergessen und war einen Tag später meistens schon wieder wertlos. Ohne bleibenden Inhalt.


    Die Zeit verging und sie verging schnell.

    Es begab sich irgendwann, dass, wieder einmal, einer mit allem, aber vielleicht auch nur mit sich selbst unzufrieden war.

    Einer der Anhänger von Wegen und Irrwegen erinnerte sich an den Meister der Vergangenheit und machte sich auf die Reise zu seinem längst vergessenen Grab.

    Der Erzähler weiss es nicht so genau, aber vermutlich war dieser Reisende im wahrsten Sinne des Wortes ein ungläubiger „Schüler“.

    Ein junger Lernender, der von denjenigen alten Lehrenden enttäuscht war, die ihm nicht das beizubringen verstanden, was er sich erhofft hatte.

    Als er zur Gruft kam, fand er dieselbe offen, unverschlossen und zu seinem Erstaunen war das Grab leer.


    Der alte Meister war verschwunden.
    Kaum etwas deutete daraufhin, dass er jemals hier gelegen hatte.

    Eine geradezu unglaubliche Entdeckung.

    Zunächst war Nachdenken angeraten.

    Es gibt immer mehrere Erklärungen dafür, ob, warum und falls jemand „tot“ ist.
    Und was passiert sein könnte, wenn ein „Toter“ plötzlich auf unerklärliche Weise verschwunden ist.

    Ganze Zeitalter, viele Millionen Menschen, die Mächtigen, die Reichen, sogar die Armen dieser Welt richten jedoch vorrangig ihren Glauben immer wieder auf so etwas aus.

    Wie eine Kompassnadel Richtung Magnetpol der Erde.

    Sie folgen Führern, die sich sehr schnell Überzeugungen zunutze machen, es würde bei allem
    - und von wenigen für alle - in einem höheren Auftrag gehandelt.

    Nur so etwas ist „anerkannt“ und verspricht „Erfolg“.

    Viele Hände und Füsse werden bewegt, dazu auch noch Zungen, Lippen und Herzen.

    Dann unterdrücken oder töten sie schliesslich andere, die etwas anderes glauben.



    Oder sie verraten und hintergehen ihre eigenen Überzeugungen, machen wieder neue aus den Resten der alten.

    Des Nutzens wegen...und oft auch aus Gründen eines reinen und wahren...Glaubens.

    Für den es dicke Bücher gibt. Nur ein kleines Stück Papier würde dazu sicher nicht ausreichen.


    Der Schüler, der zum Grab des Meisters gekommen war, war verunsichert.

    Er war genaugenommen deswegen an diese Stelle gepilgert, weil er mit einigen Lehren oder Vorstellungen seiner Lehrer und Meister unzufrieden war, ihnen nicht alles geglaubt hatte und aus diesem Grund irgendeine Form von Erleuchtung finden wollte.

    Oder wenigstens die Knochen eines ehemals respektierten Kämpfers der Worte und Taten.


    Nun war dort – NICHTS zu finden.

    Die Grabstelle war leer, sie war auch nicht besonders gepflegt und sie machte kaum den Anschein von etwas Besonderem.

    Bei genauem Hinsehen fiel eine Art Pfeil auf, der in die Wand gekritzt worden war und auf ein zerknülltes Stück Papier hinwies, welches offenbar lange Zeit unter unter einem Stein halbverborgen gelegen hatte.

    Er zog das Papier heraus und faltete es auseinander.
    In einer anderen, einer mehr virtuellen Welt hätte es auch ein Text auf einem Bildschirm oder einem mobilphone-Display sein können.

    Dann begann er zu lesen.

    Dort stand geschrieben:


    „Ihr GLAUBT so vieles sehr leichtfertig und anderes glaubt Ihr wiederum nicht.
    Warum das so ist, WISST Ihr selber nicht.

    Nur sehr wenige von Euch geben sich Mühe, mehr darüber herauszufinden.

    Für diejenigen ist diese Botschaft gedacht.

    Mich gab es schon immer und es wird mich immer wieder geben.

    Wer MICH oder die Wahrheit sucht, der wird uns jederzeit finden – überall und nirgends.

    Es ist weder Glauben noch Wissen dazu notwendig.
    Noch nicht einmal Hoffnung oder der Wille eines Herrn und Meisters.“

  • Turnen, Trash, TaekwondoDatum22.06.2018 20:18
    Thema von gkapkowski im Forum Bild`Dir Deine eigene...

    Turnen, Trash, Taekwondo
    ...und wie die "Martial Arts" in den Medien tatsächlich präsent sind
    von Gilbert Kapkowski 15.09.2007


    Unter "trash" versteht man allgemein sowas wie "Müll", "Mist". In den Medien ist damit seichte
    Unterhaltung auf unterem Niveau gemeint - vorzugsweise dümmliche Billigproduktionen mit wenig
    Tiefgang, dafür aber beispielsweise mit einfach zu konsumierenden Gewaltdarstellungen.

    Zielgruppe
    üblicherweise: Die Jugend.

    Es ist nicht besonders verwunderlich, dass die allermeisten Journalisten die "Martial Arts" allgemein ungefähr auf diesem Level einordnen und sie haben dabei in einigen Fällen nicht ganz Unrecht.

    Vordergründig wird "GEWALT" und werden "GEWALTDARSTELLUNGEN" überall
    weitestgehend abgelehnt, nicht nur in den Medien, sondern auch in der Politik.
    Genaugenommen findet sich kein klar denkender Mensch, der Gewalt gut heisst oder sie gegen Menschen einsetzen möchte.

    Die grössten "Verbrecher" der Weltgeschichte haben aber oft auch die grössten "Friedensreden"
    gehalten.

    Das mit der selbstverständlichen Ablehnung von Gewalt findet allerdings eine natürliche Grenze,
    wenn es um´s Geschäft, gezielte Unterdrückung anderer, diverse Vorteile für sich selbst, den
    "Glauben" oder um die "Macht" und die "Politik" geht.

    Die Medien sind bei der entsprechenden Meinungsbildung immer dabei.

    Dann ist mitunter sogar brutalstes "Kämpfen" plötzlich sehr legitim - die Dinge können sich sehr
    schnell in ihr komplettes Gegenteil verkehren und ein- und dasselbe ist erstaunlicherweise kurz
    darauf etwas ganz anderes.

    Nicht nur die "Politik", auch besonders die "Medien", die Gewalt immer der allgemeinen Lage
    angepasst darstellen, spielen eine der Hauptrollen in diesem grossen Spiel der Menschheit.

    Unschönes Mega-Beispiel sind "Militär", "Kriege" und "Helden".

    Vor einiger Zeit sah man im Fernsehen bei einem grossen Militärmusik-Festival in Moskau eine
    deutsche Militärkapelle schwungvoll aufspielen.

    Das war im Jahre 2007 und es gab viel Applaus und gute Stimmung.
    Der Aufmarsch von deutschem Militär an nahezu der gleichen Stelle 1942 hatte eine ganz andere
    Wertigkeit.

    Bereits ein paar Jahre später ist (in den Medien) selbst das Extremste wieder genau andersherum
    präsent.

    Ein Panzerfahrer, der beim Sturmangriff ein Haus zusammenschiesst, kriegt wahrscheinlich einen
    Orden, selbst wenn er betrunken gefahren sein sollte.

    Derselbe Fahrer, der im Zivilleben als Busfahrer unter Alkoholeinfluss einen Unfall baut, gilt selten
    als Held, sondern eher als kriminell und rücksichtslos.

    Die Heimatzeitung schreibt dazu sicherlich so, wie es grad opportun ist.

    Was haben die "Martial Arts" = die Zusammenfassung meist "asiatischer" Kampfkünste mit sowas
    zu tun ?

    Zumindestens in den Medien gilt für sie ein ähnliches Prinzip.
    Wenn zwei das Gleiche tun, ist das noch lange nicht dasselbe.

    Es kommt eher darauf an, wie es "dargestellt" und gewertet wird (werden soll).
    Selbst bei mega-brutalsten Szenen beim Fussball - im Stadion oder auch ausserhalb - mit
    Massenschlägereien, Gefechten und Zerstörungen durch Hooligans und sogar Todesopfern nach
    Ausschreitungen extremer Art, gilt Fussball immer noch als echter "Sport" und ist selbst irgendwie
    nie schuld an der Gewalt.

    In den Medien bestimmt nicht, denn dafür sitzen in den Rundfunkräten, beim Privatfernsehen und
    auch in der kleinsten Lokalredaktion viel zu viele "Fussball-Fans".

    Der Verfasser dieser Zeilen hat überhaupt nichts gegen Fussball, ganz im Gegenteil, denn das ist ein toller Sport, wenn er nicht grad für ganz andere Zwecke missbraucht wird.

    Die "Martial Arts" haben vergleichsweise als "Sportart" überhaupt keine Lobby, keine wirklich
    einflussreichen Anhänger und werden deswegen ganz schnell und komplett auf ein
    "gewaltverherrlichendes" Potenzial reduziert.

    Denn "Kämpfen" liegt bei Kampfsportlern in der Natur der Sache und daran kommt man niemals so ganz vorbei.

    Ein Gegenargument ist schwer zu finden, denn bei oft nicht weniger umkämpften Spielen mit dem
    Ball und einem Tor geht es um ein "Objekt" und ein "Ziel" und nur nebenbei gegen einen
    menschlichen Gegner oder besser "Mitspieler".

    Es ist damit ansatzweise eine Wertigkeit von "Gewalt" wie sie im Unterschied zwischen echtem
    "Nahkampf" und einer Fernlenk-Rakete besteht, deren Wirkung vom Absender nur noch auf einem
    Bildschirm registriert wird.

    Geschäftemacher, die mit dümmlichen Videospielen und heruntergekurbelten "Kung-Fu-Filmen"
    daherkommen und oft auch die Medien selbst, werden von allgemein-philosophischen Überlegungen meist wenig berührt.

    Mit diversen Brutalo-Veranstaltungen und -präsentationen kann und konnte man jedoch zu allen
    Zeiten eine Menge Geld verdienen oder das Ganze "politisch" ausschlachten.

    Selbst die ursprünglichen und meist romantisch verklärten "Olympischen Spiele" (der alten
    Griechen) waren tatsächlich eher ein ziemlich kommerzielles Spektakel und boten teilweise ein
    selbst heutzutage selten erreichtes Gewaltszenario - nur eben ohne TV-, PC- und Internetbegleitung.

    Beim damaligen olympischen Boxen (mit absichtlich verletzungsträchtigen Lederriemen um die
    Fäuste) und noch mehr beim "Pankration", einer Art Allkampf oder Freefight der Antike, war es bei
    den Aktiven zum Beispiel üblich, herausgeschlagene Zähne sofort zu verschlucken, um dem Gegner keine Schwäche zu verraten.

    Zielgruppe bei jeder Art von Sport-Spiel-Spannung immer auch die Jugend.

    Hinter den allermeisten Gewaltpräsentationen stehen zumeist waschechte "Medien-Profis" und
    keineswegs in erster Linie der Grossteil der "Kampfkünstler", die Trainer und auch nicht die
    Mehrzahl der Ausübenden.

    Denn das sind (heutzutage) in fast allen "Kampfsportarten" zumeist in der überwiegenden Breite
    viele Kinder und Jugendliche, Trainer und Betreuer, die entweder "sportlich" denken und handeln
    oder das Ganze mehr als Freitzeitbeschäftigung und -Betreuung sehen.

    Gesellschaftlich und unter dem Aspekt überschüssige Energien und "Gewalt" in die richtigen Bahnen zu lenken, ist das Meiste eher sehr positiv angelegt und gar nicht "gewaltlastig".
    Eher im Gegenteil.

    Selbst bei Martial Arts-"Wettkämpfen" liegt das Schwergewicht nicht unbedingt in
    "Schwergewichtlern", sondern in einer versteckten riesigen Breite von kleinen Jungs und Mädchen,
    die Formen laufen, also so eine Art "Turnen" betreiben oder auf einer sportlichen Ebene kämpfen
    möchten, ohne sich und anderen allzu weh zu tun.

    Das ist beim Taekwondo, beim Kickboxen, beim Kung Fu oder Wu Shu und einigen anderen
    "Martial Arts" so ziemlich dasselbe.

    Was "Verbände" bisher nicht geschafft haben, ist ein einheitlich positives und "sportliches" Bild der
    "Martial arts" nach aussen. Da gibt es weltweit zuviel Uneinigkeit, Abgrenzung und
    Ungereimtheiten untereinander.
    Viel schlimmer und in alle Richtungen unglaubwürdiger als bei etablierten Sportdisziplinen.

    Klar tauchen auch immer wieder "brutale" und gewalttätige Auswüchse auf oder
    Sport-"Kameraden", die Kampf-"Sport" gezielt missbrauchen.

    Das allgemeine Bild in der Öffentlichkeit ist aber in wesentlichen Teilen ein durchweg falsches,
    denn das produzieren die "Medien" nun mal so.
    Die wissen es manchmal nicht besser oder sie ignorieren schon viel zu lange eine differenzierte Sicht der Dinge.

    Oder sie machen sogar ihre eigene "Medien"-Politik mit dem Kampfsport.

    Im besten Fall kommen die "martial arts" schnell auf die "trash"-Ebene, werden nicht so ganz
    ernstgenommen oder als billig und nur halbwegs originell abgetan.
    Im schlimmsten Fall sind sie eine vermeintliche Ursache für die zunehmende Gewalt in der Gesellschaft.

    Aber ist das wirklich zutreffend ?

    Hier soll beileibe keine Art von Medien-Schelte betrieben werden.
    Nur der Hinweis sei erlaubt, dass die allermeisten "Kampfkünstler" und "Kampfsportler" von sich selbst und dem was sie machen, ein ganz anderes Bild haben, als die Leute, die die Sicht der Dinge über die "Martial Arts" in die Köpfe von sehr viel mehr Leuten pflanzen.

    Zu diesem Thema passen einige Veröffentlichungen aus dem "H.ABlatt", die
    nachstehend mit Quellenangabe aufgeführt sind. Gefunden wurden sie einfach mit dem Suchbegriff "martial arts".

    Weitere Einschätzungen und Kommentare in dieser Art sind sicherlich auch woanders an der
    Tagesordnung.


    Im Originaltext von 2007 folgten die Texte und links auf nachfolgende 4 Presseartikel H.ABlatt

    1.
    GEWALT KÄMPFE BIS AUFS BLUT - MEDIENWÄCHTER KÖNNEN KAUM ETWAS DAGEGEN TUN

    2.
    GEWALT "WAHNSINNS-ANGEBOT" IN MEDIEN, SAGT GRÜNEN-POLITIKERIN

    3.
    GEWALT IN DER MASSENUNTERHALTUNG

    4.
    TURNEN, TRASH, TAEKWONDO

    ---

    Turnen, Trash, Taekwondo
    NACHTRAG 22.06.2018


    Mein Artikel mit dem Titel „Turnen, Trash, Taekwondo“ wurde im Jahr 2007 geschrieben und dann nur kurzzeitig auf der Webseite „etftaekwondo.de“ veröffentlicht.

    Zusammen mit etlichen weiteren (kritischen) Sachbeiträgen zum Sport aus meiner persönlichen Feder.

    Einige Monate nach dieser online-Veröffentlichung, die vermutlich nur einen vergleichsweise sehr kleinen Leserkreis erreicht haben dürfte, war der link auf meinen Artikel auf besagter Webseite bereits wieder gelöscht.

    Ab diesem Zeitpunkt war dieser Text zwar prinzipiell noch vorhanden, aber lediglich, nicht mehr direkt zugänglich, auf einem webserver für die genannte Webseite abgespeichert.
    Zunächst gab es für mich keinerlei ersichtlichen Grund für eine Komplettlöschung der Datei.

    Es hat nicht lange gedauert, bis der Verfasser, also ICH, diesen Artikel praktisch „vergessen“ hatte.
    Was wegen der Vielzahl der seinerzeit von mir geschriebenen und schnell wieder offline gestellten Fachbeiträge gewissermassen das Übliche gewesen ist.

    Aber, wie heisst es so schön...das Internet vergisst nichts.

    Im Jahr 2011 erhielt ich eine überraschende „Abmahnung“ und eine „Schadenersatzforderung“ der Abteilung „Rechteverfolgung“ des „A.S.-Verlages“.

    Eine Zeitlang Recherche war notwendig, weil ich zunächst überhaupt nicht erkennen konnte, was die genannte „Rechteverfolgung“ eigentlich von mir wollte.

    Um es noch einmal zu verdeutlichen – es ging um eine, zwischenzeitlich seit ca. 3 Jahren, nicht mehr verlinkte, sprich nicht direkt zugänglich lesbare, sprich nur noch auf einem server-irgendwo-im-nirgendwo vorhandene, Textdatei = den hier nachfolgenden Fachartikel „TTT“.

    Die Begründung zur Geltendmachung des von mir (angeblich) angerichteten „Schadens“ bestand im Kern daraus, dass ich durch meinen Artikel jahrelang Urheberrechte verletzt hätte, bzw. Verstösse gegen das sogenannte „Zitatrecht“ begangen haben soll.

    Diese Annahme stützte sich auf insgesamt 4 zitierte Presseartikel aus dem "H.ABlatt", die mit Originaltext und direktem link auf die entsprechende online-Veröffentlichung des Presseorgans in meinem Artikel enthalten gewesen sind.

    Weil sie thematisch direkt zum Thema passten und aus meiner Sicht zur Gesamtanalyse sehr aufschlussreich gewesen sind. Es war also für mich bei Erstellung des Textes elementar, mich genau auf diese zitierten Pressetexte zu beziehen.

    Im übrigen sollte festgehalten werden, dass in der online-Präsenz des „H.ABlatt“ jeder der besagten Presseartikel frei zugänglich gewesen ist und dort sogar der Service eingerichtet war, den jeweiligen Artikel unmittelbar per e-mail an jedermann weiterzuleiten.

    In dem oben veröffentlichten Originalartikel „TTT“ sind diese 4 Pressetexte und auch die links darauf jetzt absichtlich nicht mehr enthalten.

    Ich habe in allen, hier zum Thema relevanten Textteilen = siehe meinen Brief an den (...übrigens TV-bekannten) Chefredakteur, ebenfalls darauf verzichtet, volle Eigennamen zu nennen und nenne deshalb auch den Redakteur und das entsprechende Presseorgan absichtlich NICHT beim echten Namen.

    Gewissermassen aus vorbeugender Eigensicherung und um einer Spezialsuchmaschine keinen passenden Suchbegriff zu liefern.

    Denn dieser Art „Presse“ und solchen „Geschäftsleuten“ traue ich längst keine Sekunde mehr über den Weg.

    Aus meiner persönlichen Sicht dreht es sich in diesen Kreisen nämlich nicht um „Journalismus“, sondern lediglich um den grösstmöglichen Business und Profit in eigener Sache damit.

    Persönliche Erfahrungen mit der „Presse“, speziell mit einer ganz bestimmten Lokalpresse, deren absichtliche Verdrehungen und Falschdarstellungen, die habe ich im Laufe meines Lebens, bereits bei anderen Gelegenheiten, sehr intensiv machen dürfen.

    Unter dem Leitbegriff „Totengräber einer der sportfreundlichsten Städte“, gab es dazu (von mir) in früheren Jahren umfangreiche online-Artikel, Hintergrundanalysen und „Quellen“.

    Zwischenzeitlich alles längst gelöscht, zu den Akten gelegt und es gab tatsächlich mehrere Fälle dieser Art Marke Kampf „klein gegen gross“ bzw. „David gegen Goliath“.
    Wobei der Goliath letzten Endes jedesmal der Sieger geblieben ist.

    Eine lange Abhandlung über die unrühmliche Rolle des sogenannten „Presserates“, der in einem konkreten Fall mal angerufen worden war – die erspare ich mir an dieser Stelle.

    Als ich mal, das war so um die Jahre 1981-82, eine Zeitlang in einem JOURNALISTIK-Studium an der Uni Dortmund eingeschrieben war, hätte ich mir etliche praktische Erfahrungen (mit der schreibenden Zunft) im Traum nicht vorstellen können.
    Die theoretischen Grundlagen des „Journalismus“, die ich in diesem Studiengang erlernen konnte, scheinen in der Praxis inzwischen weitestgehend in Rauch aufgegangen zu sein.

    2018, zu „fake-news“-Zeiten, Hass- und Hetze im Netz und anderswo, darf ich ganz allgemein anmerken – der vielzitierte Begriff „Lügenpresse“ greift noch deutlich zu kurz.

    Es geht, mehr denn je und auf allen Ebenen, nur noch um Einfluss, Macht und um´s Geld.

    Das gesamte Recht dazu – kann man zur Zeit vielleicht noch nicht komplett kaufen.
    Man darf jedoch vermuten, „wir“ sind schon sehr nah dran, genau das zu erleben.
    Beziehungsweise ist auf der Ebene „öffentlich-rechtlich“ gesehen, tatsächlich alles recht klar.

    Eine bekannte Band brachte in einem Song mal das Wortspiel von „Angst, Hass, Titten und dem Wetterbericht“. Gemeint war ein ganz bestimmtes Druckerzeugnis, in dem es andauernd um die Luft- und Meinungshoheit über genau diese aufgeführten Gebiete geht.

    Der dahinterstehende Verlag-Konzern macht Meinung und er hat hierzulande sehr offensichtlich einen grossen Anteil an der Meinungs-Macht.

    Im besagten Fall Artikel „trash“ wurden von einer Spezialabteilung eben dieses Verlages „Spezialsuchmaschinen“ eingesetzt, um eine, ansonsten gar nicht leicht auffindbare, Datei aus dem word wide web herauszufiltern.

    Aufgrund derer dann ein (angeblich) rechtswidriger Inhalt unterstellt worden ist
    = Verstoss gegen das Zitatrecht, verbunden mit einer erklecklichen Geldforderung.

    Umfangreiche Details zu dieser Angelegenheit würden den Leser an dieser Stelle vermutlich massiv überfordern oder vielleicht gar nicht interessieren.

    Wie die Sache vor Gericht praktisch ausgegangen wäre, ist schwer einschätzbar.
    Letzter Stand der „Argumentation“ der Gegenseite im Vorfeld war, dass MEIN Artikel (TTT) „wissenschaftlichen Ansprüchen“ nicht genügen würde.
    Weswegen das aufgezeigte Zitieren unzulässig gewesen sein soll.

    Über sowas hätte man (vor Gericht) bestimmt trefflich und teuer streiten können, aber genau das war es mir zu diesem Zeitpunkt und bei dieser Sache nicht wert.

    Eine zutreffende Weisheit besagt:
    „Auf hoher See und vor Gericht ist man in Gottes Hand“

    Bedeutet = sinngemäss ist es ähnlich wie bei schwierig zu bewältigenden nächtlichen Raubüberfällen
    „Lieber um 50 EURO ärmer, als ein Loch in der Brust“

    Die meistens sinnvollste Devise kann also nur lauten:
    „Wenn möglich...vermeiden“

    Genau das war für mich seinerzeit der Beweggrund, lieber gleich ALLE Inhalte auf dem damaligen webserver komplett zu löschen und dann auch noch weltweit einigermassen wirklich „komplett“ verschwinden zu lassen.

    Übrigens ist sowas gar nicht so einfach zu bewerkstelligen und mindestens 2 Institutionen auf diesem Planeten haben die gelöschten Daten dann wohl trotzdem noch zu ihrer Verfügung.

    Ansonsten war damit sehr viel, was ICH über Jahre mal geschrieben hatte, so ziemlich unwiederbringlich weg. Mühsam, sich darüber aufzuregen. Es ist halt so.

    Den nachfolgenden Sachbeitrag „Turnen, Trash, Taekwondo“ habe ich jetzt einfach mal wieder restauriert. Einfach zum Lesen und Nachdenken. Ohne links und Zitate.

    Der geneigte Leser sollte bei dieser Gelegenheit vielleicht noch über folgende (anno 2018 aktuelle) Begriffe nachlesen und nachdenken:


    „Datenschutzgrundverordnung“

    „Netzwerkdurchsetzungsgesetz“

    „Leistungsschutzrecht“


    Vor allem diejenigen Leser und Schreiber, die (immer noch) glauben, dass ihnen nie etwas passieren kann.

    Weil sie ja gar nichts zu verbergen und bestimmt auch nichts falsch gemacht haben.

    Also immer schön weiter twittern, facebooken, whatsappen, instagrammen...mit Karte zahlen oder wo DU den richtig Falschen unmittelbar ins Netz gehst.

    Vorerst lassen die „Rechteverfolger“ die meisten kleinen Fische erstmal nur zappeln, wie sie wollen.

    Wetten, dass ICH dabei, Stand 2018, ziemlich richtig liege.

    Ich google mit Dir um den Wetteinsatz Deiner Wahl.



    ---

    BRIEF
    Datum 02.04.2011

    H.ABLATT
    z.Hd. Chefredakteur C.S.
    A-S-Platz 1
    2 H


    A-S-Infopool-Rechteverfolgung ./. Gilbert Kapkowski
    oder
    Warum ein „nicht wissenschaftlicher Artikel“ EUR 1.000 Strafe kosten soll…



    Sehr geehrter Herr S,
    liebe Redaktion H.ABlatt,


    man sollte im Leben wirklich nicht alles auf dem „Rechtsweg“ geradebiegen, aber nach der ersten Antwort von A-S-AG „Rechteverfolgerin“ F.P. auf meinen Erklärungsversuch im Hinblick auf „Urheberrechte“ sah ich mich schweren Herzens genötigt, einen Anwalt einzuschalten.

    Zur „Schadensbegrenzung“ kommt also noch eine Anwaltsrechnung dazu.

    Wie strittige Meinungen über „Rechte“ unter dem Strich abgerechnet werden, wenn die Profis ans Werk gehen, ist mir aus einiger Lebenserfahrung bereits vertraut.

    Genau aus diesem Grund möchte ich die ganze Sache ausserjuristisch noch einmal ansatzweise „journalistisch“ aufarbeiten. Deswegen schreibe ich diesen Text an Sie.

    TATSACHE
    Ich habe (als nicht-professioneller) Freizeit-Journalist im Jahre 2007 einen medienkritischen Artikel verfasst und diesen auf der ursprünglichen Webseite www.etftaekwondo.de im Zeitraum 15.September 2007 (Erstellung der Datei) bis schätzungsweise ca. November 2007 veröffentlicht.

    Mein Original-Artikel mit dem Titel „trash“ liegt zum Lesen bei.
    Vielleicht findet er von Ihnen nachträglich irgendwie noch unter journalistischen Gesichtspunkten Beachtung und nicht nur unter rein rechtlichen.

    Ich darf anmerken, dass durch das vollständige Zitieren der thematisch sehr passenden Artikel aus dem H.ABlatt, inclusive genauer Quelle und Verfasser, mein Motiv erkennbar sein sollte, Urheberrechte anderer gerade NICHT zu verletzen.


    Wie ich inzwischen erfahren habe, sollen „Motive“ im Urheberrecht wiederum keinerlei Rolle spielen.

    Sehr viele Leser wird mein Artikel vermutlich nicht erreicht haben, insbesondere nicht, nachdem die besagte Datei „trash.htm“ gar nicht mehr auf der o. g. Webseite verlinkt gewesen ist.

    Seit der Löschung der zugrundeliegenden Kommentar-Startseite war besagter Artikel „trash.htm“ nämlich nur noch äusserst versteckt auf dem server vorhanden.

    Es ist bei der Vielzahl damals gelöschter Dateien von mir einfach nur übersehen worden, auch diese einzelne Datei zu löschen.

    Also im klassischen Sinne war langfristig gar nichts veröffentlicht, sondern allenfalls nur kurzfristig im „rechtlichen“.

    Im Zeitalter der Spezialsuchmaschinen, google-caches und automatischen Web-Archiven ist die Rechtsverletzung vorprogrammiert gewesen.

    Vor ein paar Jahren gab es diese „Suchroutinen“ vermutlich noch gar nicht, aber im vorliegenden Fall erlaubt diese neue Technik in Kombination mit einer passenden Rechtslage der A-S-infopool-Rechteverfolgung den Anspruch auf einen erklecklichen „Schadenersatz“ für genaugenommen GAR NICHTS.

    Denn welcher Schaden soll hier tatsächlich entstanden sein ?

    Die von mir zum Thema passend zitierten Artikel anderer Autoren habe ich nicht in unlauterer Absicht verwendet, sondern umgekehrt allenfalls darauf aufmerksam gemacht.

    Was ja eher „Werbung“ für das online-Lesen des H.ABlattes darstellt.

    Für diese „Nutzung“ über einen, von den Verfolgern hochgerechneten Zeitraum von 3 Jahren+ werden mir jetzt EUR 1.000 in Rechnung gestellt.

    Sie werden mir zugestehen, dass für so einen überraschenden Betrag von EUR 1.000 ein alter Mann lange und oft Zeitungen austragen muss.

    Ich bin zeitlebens immer nur unbezahlter „Hobbyschreiber“ gewesen und habe bislang mit keinem einzigen meiner Artikel Geld verdient.

    Sie können sich Ihrerseits auf den geltenden Stand des Urheberrechtes beziehen und meinen Brief nicht weiter beachten.

    Allerdings habe ich bei Zitaten aus anderen Quellen bzw. Presseorganen noch niemals eine solch drastische „Rechteverfolgung“ erlebt wie jetzt diese aus dem Hause AS.

    Es geht bei dieser Rechteverfolgung wohl mehr um ein neuzeitliches Geschäft, mit denen selbstverständlich nicht die Journalisten, sondern sehr spezielle Verfolger beauftragt sind.

    Ich gebe nur zu bedenken, dass im vorliegenden Fall „grosse“ Journalisten einem ganz kleinen Journalisten sehr unkollegial eins reinwürgen.


    Mit freundlichen Grüssen
    Gilbert Kapkowski



    ANTWORT ?

    KEINE !

  • Zur Hölle damitDatum21.06.2018 13:53
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Zur Hölle damit
    Eine Ware Geschichte…
    erstmals veröffentlicht 2012 bei meiner privaten Literatur...überarbeitet 2016



    Irgendwann hatte es auch mich erwischt, der alte Körper versagte und in Folge kam ich in den Himmel.

    Es war zunächst so ungefähr, wie ich mir das immer vorgestellt hatte. Natürlich keine 72 Jungfrauen für jeden, aber so eine Art All-inclusive mit Vollpension.

    Auffallend war nur, dass am Eingang das Schild schon etwas verwittert war und schief hing. In den Gängen und Fluren war nicht besonders viel los.
    Ich kannte niemand von den Leuten, die da rumliefen.

    Das Schwimmbad war geschlossen, im Fitnessraum lagen ein paar verrostete Hanteln herum.
    Irgendwo hing ein vergilbtes Bild mit Bizeps von Mr.Arnold Schwarzenegger drauf. Daneben ein alter Tennisschläger von Boris Becker.
    Der diskrete Charme der 80er wehte durch das Gebäude.

    Der Typ am Empfang – ich weiss nicht, ob der Portier wirklich „Petrus“ hiess oder jemand anderes da rumsass – der war ein bisschen schlecht gelaunt.

    Der Rest war auch so eine Sache – zum Frühstück gab es jeden Morgen nur kalten Kaffee und so eine Art Haferschleim.
    Ab und zu ein paar kalte Bohnen mit fettigen Würstchen. Vermutlich für die Engländer.

    Nach einer Woche hatte ich mir überlegt, mal einen Ausflug in die Hölle zu wagen.
    Das war voll interessant.

    Ich kam da mitten rein in eine Art Vergnügungspalast und unmittelbar in eine Riesenparty mit Sekt, Drops und Rosenkohl (= Wein, Weib und Gesang).
    Die Stimmung war ausgelassen, Essen und Trinken vom Feinsten und ich traf gleich andauernd gute alte Bekannte und dazu noch viele Prominente, die es bereits zu ihren Lebzeiten drauf hatten, wie man eine professionelle Sause veranstaltet.

    Ich staunte, wieviele nette Mädels überall rumliefen. Es gab viel Spass, auch wenn man im früheren Leben nicht grad Herausgeber des Playboy gewesen war oder eine Backstage-Karte für das Geheimnis von Victoria sein Eigen nennen konnte.
    Alle waren total zufrieden und wirklich jeder wurde bestens bedient.

    Als ich dann am nächsten Tag wieder alleine in der Kantine im Himmel sass, wo mittags die Fliegen über dem Suppentopf herumschwirrten, hab ich mir überlegt, ich gehe jetzt mal zu einem Beamten, der hier was zu sagen hat und stell dem eine Frage.

    Als ich nach langem Suchen in schlecht beleuchteten Fluren endlich den lieben Gott in seinem Büro gefunden hatte, guckte der ein bisschen missmutig, als ausgerechnet ICH zur Tür reinkam.

    „Aha, der Gilbert schon wieder !“

    Ich antwortete: „Meister, gestern bin ich, mehr durch Zufall, mal einen Tag in der Hölle gelandet. Da geht die Post aber echt ab.
    Ich wollte nur anmerken, im Himmel sollte der Laden eigentlich ein bisschen besser laufen als in der Hölle, oder ?

    Wie ist das – könnt Ihr wenigstens nicht mal zu Mittag was Vernünftiges kochen ?“

    Sagt der liebe Gott zu mir:
    „Lohnt sich doch nicht – für die paar Leute hier !“

  • Wenn Engel irrenDatum21.06.2018 13:47
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Wenn Engel irren
    von Gilbert Kapkowski 13.Februar 2018


    In einem, etwas abgelegenen, Park standen zwei Steinskulpturen nebeneinander, in Form eines nackten Mannes und einer, ebenso unbekleideten, Frau.

    Die beiden Figuren waren schon etwas verwittert und insgesamt nicht mehr sehr ansehnlich. Was offenbar darauf zurückzuführen war, dass sie bereits seit vielen langen Jahren, ziemlich einsam, in diesem Park herumstanden.

    Niemand von den vorbeigehenden Leuten schien sie besonders zu beachten und so fristeten beide auf ihren Sockeln am Rande eines kleinen Gebüsches ein bescheiden tristes Dasein.

    Eines Tages zur Frühlingszeit schwebte ein Engel vom Himmel herab in den Park, in dem sich gerade kein einziger anderer Besucher aufhielt.

    Der Engel wanderte eine Weile herum und erblickte dann die beiden Skulpturen in Form des nackten Paares.

    Als er davor stand und kein Zuschauer störte, überlegte er sich, dass er diese beiden Figuren doch einmal zum Leben erwecken könnte.

    In der ungewissen Erwartung, was beide dann mit ihrer gewonnenen Freiheit anfangen würden.

    Sprach´s und im selben Moment erwachten beide wie aus einem langen Schlaf.
    Sie schauten sich tief in die Augen, seufzten inständig und sprangen von ihrem Sockel herunter.

    „So sei es“, sprach der Engel. „Ich habe Euch beide zum Leben erweckt und Ihr habt nun eine Stunde Zeit, alles zu machen, was Ihr wollt.
    Ich werde Euch dabei nicht stören. Die einzige Bedingung ist, dass Ihr nach dieser Stunde wieder hier an Eurem alten Platz sein müsst.“

    Die beiden belebten Statuen schauten sich an und lächelten.
    Dass sie nackt waren, schien sie offenkundig nicht im geringsten zu irritieren.

    Sie fassten sich bei den Händen und verschwanden, freudig aufgeregt, in dem kleinen Gebüsch hinter ihren Sockeln.

    Der Engel setzte sich auf eine Bank, die in der Nähe stand und wartete die von ihm gewährte Stunde ab.

    Er konnte nicht sehen, was hinter dem Gebüsch passierte.
    Allerdings war fortlaufend ein ziemlich lautes Gestöhne und der eine und andere Wohllaut unüberhörbar zu vernehmen. Im Busch raschelte es kräftig.
    Ab und zu flog ein Vogel aus dem Gebüsch heraus.

    Als die Stunde vorbei war, erschienen die beiden belebten Statuen vereinbarungsgemäss und Hand in Hand zurück am Platz ihrer Sockel.

    Der Mann streckte und reckte sich ein wenig. Die Frau biss auf ihrer Unterlippe herum und strich sich, etwas verlegen, die langen Haare aus dem Gesicht.

    Der Engel musterte beide ausgiebig.

    Sie waren offensichtlich erschöpft von ihrer Tätigkeit in der letzten Stunde.
    Beide waren ausser Atem, einigermassen verschwitzt, dabei aber ersichtlich glücklich. Was dem Gesichtsausdruck eindeutig zu entnehmen war.

    „Hmmh“, sagte der Engel. „Mir scheint, diese Stunde scheint sich sehr gelohnt zu haben. Ich kann nur ahnen, wie schön das für Euch beide gewesen sein muss.
    Ich finde, das sollte irgendwie noch nicht zu Ende sein.
    Wisst Ihr was – Ihr bekommt von mir noch eine weitere Stunde.“

    Die beiden Statuen schauten sich eindringlich an.

    „Gut“, sagte die Frau zu der männlichen Statue,
    „dann machen wir das in der nächsten Stunde aber genau andersherum.“

    „Wie ist das zu verstehen ?“ fragte der Engel.

    „Ganz einfach. Jetzt hält ER die Taube fest.
    Und ICH scheisse ihr auf den Kopf.“

  • LebensweisheitenDatum21.06.2018 13:45
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Lebensweisheiten
    von Gilbert Kapkowski 2017
    Darüber Nachdenken schadet nicht…
    Aber „Nicht-gross-Nachdenken“...schadet (dem Verursacher) vielleicht auch nicht unbedingt




    AUF DER SUCHE NACH SICH SELBST

    Ein Weiser namens Otto... berichtete einstmals Folgendes über einen (jungen?) Mann:
    „Er war auf der Suche nach sich selbst“

    Dazu gab der o. g. Weise den Ratschlag:
    „Ruf doch einfach mal bei Dir an. Vielleicht bist Du ja grad zu Hause“



    DIE NADEL IM HEUHAUFEN FINDEN

    EIN Tipp zur Optimierung des Suchergebnisses:

    „Zünde den Heuhaufen an, warte bis er abgebrannt ist, fege die Asche weg,
    schau genau auf den Boden und lass Dich überraschen,
    ob Du trotzdem noch einen Magneten benötigst“



    DEN HEUHAUFEN FINDEN...IN DEM SICH DIE NADEL VERBIRGT

    Auch wenn es jetzt (für das geistige Auge des Lesers) etwas kompliziert wird...

    „Nicht stehenbleiben. Gehen Sie bitte weiter.
    Hier gibt es absolut NICHTS zu sehen“



    WEITESTGEHEND AUSSER GEFAHR
    Diese Weisheit geht auf den berühmten Unterhaltungskünstler William Claude Dukenfield (W.C..Fields) zurück
    Sie wurde in einem seiner Filme praktisch dargestellt

    „Wir fallen 500 Meter tief. Aber keine Sorge, das macht überhaupt nichts.

    499 Meter sind vollkommen ungefährlich.

    Erst der letzte Meter...ab dem könnte es möglicherweise etwas schwierig werden“




    NACH MIR DIE SINTFLUT

    Vor langer Zeit soll GOTT auf dem Planeten ERDE eine grosse FLUT verursacht haben.
    Diese sollte der Vernichtung einer sündigen Menschheit dienen
    und nebenbei auch der Um- oder Neugestaltung der ursprünglichen SCHÖPFUNG (Gottes).

    Nach vorliegenden historischen Aufzeichnungen war geplant, dass dabei nur eine kleine Anzahl geflüchteter Menschen, sowie eine Auswahl von ihnen verwahrter Tiere, in einer hölzernen ARCHE überleben. Die genauen Anweisungen sollen direkt vom Verursacher der Flut gekommen sein.

    Nicht eindeutig belegbar ist ein PROTEST der Mehrheitsfraktion der damaligen Menschheit oder von bereits anerkannt tätigen Artenschützern, Gleichstellungsbeauftragten und Fluchthelfern.

    Gegen die ÜBERFLUTUNG, die auch eine grosse Anzahl definitiv „nicht sündiger“ Tier-Lebewesen zu einem gewaltsamen Tod verurteilt hatte.

    Es ist in diesem Zusammenhang ebenfalls nicht beweisbar, ob das Leitmotto

    „Mit mir wird es keine Obergrenze geben“

    auf tatsächlich göttliche Eingebungen zurückzuführen ist.


    ZUR ERLÄUTERUNG
    Es soll zu früheren und mobilfunkfreien Zeiten DIREKTE Verbindungen zu GOTT gegeben haben.
    Wie zum Beispiel...“Sprechende brennende Dornenbüsche“...“Engel als Überbringer von Nachrichten“...
    “Rauch- und Feuersäulen“...“Göttliche Erscheinungen im Traum“...

    ...sowie in einem Fall das Auftreten von GOTT persönlich, der sich kämpferisch als „Ringer“ betätigt hatte
    und dabei einen menschlichen Gegner namens JAKOB nicht besiegen konnte.
    Trotz einer angeblich regelwidrigen Attacke im Verlauf der mehrstündigen sportlichen Begegnung.

    Eine ähnliche Auseinandersetzung, die allerdings 12 Tage und 12 Nächte dauerte und auf einem anderen Planeten stattfand, ist in der Geschichtsschreibung über den gottähnlichen Urvater der Klingonen bekannt.
    Genannt Kahless der Unvergessliche.




    KLEINE WIRKUNG – GROSSE URSACHE

    Klassische astrophysikalische Theorien besagen,
    dass es vor langer Zeit einen URKNALL gegeben haben soll.

    Moderne soziologische Theorien wiederum besagen, dass es sehr viele Menschen geben soll,
    die DEN SCHUSS nicht gehört haben.

    Beides kann man GLAUBEN. Oder auch nicht.

    Es gibt derzeit keine exakt nachvollziehbare wissenschaftliche Methode, mit deren Hilfe man die grundlegenden Thesen beider Theorien mit den Naturgesetzen oder anderen bedeutenden juristischen Vorlagen überein bringen könnte.

    Insofern gilt nach gegenwärtigem Kenntnisstand die folgende Aussage:
    „Das jüngste Gericht ist nur ein Gerücht“



    PRAKTISCHE MERKSÄTZE FÜR DEN ALLTAG
    Zum EIN- oder UNTER TAUCHEN...in Tiefen der Sprache


    Bitte unbedingt beachten, bevor einem hier die Luft wegbleibt:
    „Ein Taucher, der nicht(s) taucht, taugt nichts“

    ..

    Diese Weisheit taucht überhaupt nichts. Obwohl sie gut klingt.
    „(Der bekannte Taucher) HANS HASS war nicht der Erfinder der HASS-SPRACHE

    ..

    Manches darf man niemals umgekehrt lesen oder denken.
    Es könnte als politisch unkorrekt gelten und man steht als Weis(s)er dann echt im REGEN.
    „EIN NEGER MIT GAZELLE ZAGT IM REGEN NIE“

    ..

    Schreiben Sie den nachfolgenden Satz auf einen kleinen Zettel
    und überreichen Sie diesen Text dem lesekundigen Sexualwunschpartner Ihrer Wahl:
    „BITTE LÄCHELN SIE...wenn Sie mit mir schlafen wollen“
    ..

    Vorausgreifende Abwehr gegen einen solchen Annäherungsversuch:
    Lächeln Sie und schreiben vor Rückgabe des Zettels
    folgenden Satz auf die Rückseite:
    „NEIN DANKE. Sie sehen leider so aus wie mein(e) zukünftige(r) Verflossene(r)“

    ..

    Wie erkennt man den typischen POLITIKER des öffentlichen Vertrauens ?
    Ein Politiker denkt, redet und handelt üblicherweise nach folgender Grundregel:
    „ICH rufe heute mit allem Nachdruck zu dem auf...
    ...was ICH gestern mit derselben Entschlossenheit bekämpft habe“

    Oder umgekehrt.

    Es wird enorm viel dafür getan,
    dass die aufgezeigte Regel vom Publikum jedesmal ÜBERSEHEN
    und am besten sehr schnell VERGESSEN werden soll.

    WARNUNG
    Fallen Sie in diesem Zusammenhang niemals auf den Begriff der „Lernfähigkeit“ herein.
    Das Geschwätz von gestern ist dasselbe Geschwätz, wie das von heute oder das von morgen.

    Einen halbwegs ehrlichen Politiker erkennt man folgendermassen:
    Wenn er (oder sie) „GUTEN MORGEN“ sagt, dann wurde zunächst nur zwei Mal gelogen.

    ..

    Zwei der gefährlichsten Worte in fast jeder Lebenslage?
    „KEIN PROBLEM“

    ..

    Dies ist ein wandelbares literatisches Werk – Ergänzungen-Nachträge-Änderungen durch den Autoren vorgesehen – Letzter Stand 13.02.2017

    Fortsetzung folgt !?

  • Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Eine kleine Geschichte über Zeit und Raum
    von Gilbert Kapkowski 2017


    Mit der Zeit wurde es der ZEIT plötzlich langweilig.

    Sie hatte sich seit einiger Zeit überall, andauernd und nirgends im RAUM bewegt.
    Bis ihr auffiel, dass sie immer langsamer verlief, umso schneller sie unterwegs war.

    Trotz enormen Tempos war es zum Einschlafen damit.

    Um sich nicht unnütz selbst (also als Zeit an sich...) totschlagen zu müssen, überlegte sie sich, dass sie doch einfach mal den RAUM fragen könnte.

    Nach seiner Meinung.

    Oder was der so mit seiner Zeit anzufangen weiss.

    In einem gewissen ZEIT RAUM.

    Der RAUM dehnte und streckte sich ein bisschen.
    Als Antwort zu den Fragen der Zeit kam von ihm eine sehr lange, breite und hohe Ausführung.

    Darüber, dass er sich insgesamt vor allem zeitlos leer fühlen würde.

    Ausserdem müsse er sich andauernd für alles und jeden ungefragt krumm legen.
    Für was anderes hätte er überhaupt keine Zeit. Dafür lässt ihm angeblich niemand Raum.

    Die ZEIT fand das alles immer langweiliger.
    Aus ihrer Sicht war der Raum ein grundlegend hohler Typ, mit dem sie sich eine Zeit lang nutzlos abgegeben hatte.

    In dieser Geschichte war es an der Zeit, zu verschwinden.

    Besser als sie fortlaufend zu verschwenden.

  • Es geht wieder aufwärtsDatum21.06.2018 13:35
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Es geht wieder aufwärts
    Ein Märchen aus dem wahren Leben..von Gilbert Kapkowski 2017.


    Es war einmal...ein WURSTSALAT.

    Der hatte es sich im Magen von einem gewissen Hans Schmidt einigermassen gemütlich gemacht.

    Nachdem er von besagter Person heisshungrig verschlungen worden war und seinen Weg durch die Speiseröhre weiter hinab in die nachfolgenden Gefilde des Verdauungstraktes gefunden hatte.

    Nun lag dieser Wurstsalat dort fett, breit und zufrieden und wartete auf seine weitere Zukunft.

    Es schien, dass er es sich in den diversen Magensäften noch eine Weile gut gehen lassen würde.

    Links und rechts neben ihm gärte es aber schon ein wenig.
    Dort lagen eine Menge halbverdaute Fleischklopse, Käsehäppchen und anderes Zeug herum.

    Eine bunte Mixtur. So ganz besonders gut schien sich das alles nicht zu vertragen.
    Manchmal blubberte es im Gedärm. Über den Geruchspegel berichtet man hier besser nichts.

    Die Zeit verflog und dem Wurstsalat fehlte es ein wenig an Unterhaltung.

    Plötzlich machte es ZWOSCH...und ein kleines braunes Etwas kam durch die Öffnung an der Decke hereingespritzt.

    Es landete mitten auf dem Wurstsalat.

    „Hey, sprach der Wurstsalat, wer bist DU denn ?“

    Der braune Winzling entgegnete:
    „Ich bin ein JÄGERMEISTER und wurde gerade vom MEIER ausgegeben“

    Es machte erneut ZWOSCH...zwei weitere braune Gesellen platzten in die Versammlung.

    „Aha, meinte der Wurstsalat, es gibt also noch mehr von Deiner Sorte“

    ZWOSCH...machte es schon wieder.

    Ein etwas grösserer Platsch, ganz in gelb, kam schäumend herein.

    „Und, fragte der Wurstsalat, was stellst Du denn dar ?“

    „Ich bin ein halber Liter BIER. Den hat der MEIER grad ausgegeben.
    Da kommen gleich bestimmt noch ein paar mehr hinterher“

    Und genau so war es.
    Innerhalb der nächsten halben Stunde gab es ein ziemliches Gedränge von Richtung oben.

    Noch bevor der Wurstsalat wieder so richtig zur Besinnung kam, gab es ein weiteres ZWOSCH
    und kurz nacheinander rauschten 6 verschiedene neue Gestalten herein.

    „Wer seid Ihr denn jetzt schon wieder ?“

    „Also ich bin ein DOPPELKORN, vor mir kamen drei SAMBUCAs und die beiden Typen da hinten, die so komisch riechen, das sind OUZOs aus Griechenland“

    „Lasst mich raten, sagte der Wurstsalat, Euch alle hat schon wieder der MEIER ausgegeben“

    Noch bevor die Neuankömmlinge dazu was entgegnen konnten, machte es erneut ZWOSCH.

    Ein Schwall lieblicher CHAMPAGNERCOCKTAIL sauste in den Magen hinein und pladderte perlend über den Wurstsalat. Auch der Rest der Anwesenden wurde ordentlich nass gemacht.

    Alle hatten sich inzwischen im Magen munter vermischt.

    Der Platz wurde tatsächlich etwas eng.
    So ganz gemütlich fühlte sich der Wurstsalat nicht mehr dabei.

    Auch seine Lust, jedem neuen Besucher Fragen nach dessen Herkunft zu stellen,
    hatte stark nachgelassen. Die ganze Sache verlief offenkundig immer nach demselben Schema.

    „Leute, meinte der leicht angeheiterte Champagnercocktail,
    ich bin zwar einer von der billigen Sorte,
    aber der MEIER, der hält den Schmidt andauernd so schön im Arm.
    Der schmeisst in der Kneipe eine Runde nach der anderen“

    Dem Wurstsalat wurde es endgültig zuviel.
    Dieses Gedränge hier unten war inzwischen nur noch zum Ko....

    Er drückte alle anderen energisch an die Seite und richtete sich mächtig auf.

    „PLATZ DA !

    Ich muss ganz schnell wieder nach oben.

    Und diesen MEIER, den gucke ich mir dann gleich mal genauer an !“

  • Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Herzlichen Glückwunsch, Anna B.
    oder
    Es fing so harmlos an
    von Gilbert Kapkowski 25.Mai 1974 übertragen am 20.12.2017


    Geburtstagsfeiern sind wie dazu geschaffen, um allen berufsmässigen Halbidioten kontinuierlich den Nerv zu töten.

    Selbstverständlich wird es niemanden sonderlich interessieren, was ausgerechnet ICH zu diesem Thema zu sagen habe, aber... - ach was.

    Es war Freitag, nicht unbedingt der 13. oder gar der Jahrestag des grossen Börsenkrachs, doch leider der x-te Geburtstag von Anna B., die ganz zufälligerweise vor mehreren Jahren genau an diesem Tag, im wahrsten Sinne des Wortes, ihre Mutter verlassen hatte.

    Dieses, von Gott und der Welt, längst zu den Akten gelegte Ereignis, diente nun als fadenscheiniger Vorwand, den Tag der Wiederkehr eben desselben als solchen feierlich zu würdigen.

    Ich kenne Anna B. überhaupt nicht, aber schliesslich kenne ich ja jemand, der jemand kennt, der Anna B. kennt und das war Grund genug, mich davon zu überzeugen, dass die Feste fallen müssen, wie sie gefeiert werden und ich als geladener Gast nicht unbedingt entsichert zu sein brauche.

    „Keine Feier ohne Meier“ wurde mir gesagt.
    Ich war so dumm, das gleich als Einladung aufzufassen.
    Das Unheil nahm seinen Lauf.

    Gleich als ich kam, kam ich auch schon zu spät, was jedoch geraume Zeit niemandem auffiel.

    Weil die Gastgeber nur mit Schwierigkeiten, jedoch nicht mit meinem Erscheinen gerechnet hatten.

    Mein kleiner grüner Mann im Ohr riet mir zur Verzögerungstaktik.
    Ich sagte ihm, er solle das Maul halten. Doch er tat´s nicht.
    Ich übrigens auch nicht.

    Eine halbe Stunde harrte ich, innig in mich selbst versunken und den Problemen dieser Welt konsequent den Rücken zudrehend, vor der Tür aus
    und widmete mich in intensivster Form der Überlegung, ob ich eben diese fallen lassen sollte.

    Um stattdessen, lieber gleich als später, mit besagter Tür ins Haus zu fallen. Die Musik gefiel mir nicht.

    Taktlos trug ich meine soziale Entfremdung zur Schau und vergass natürlich zu klingeln. Vorsichtig schlich ich die Treppe hinab, immer dem Schlamassel und der Musik nach.

    Niemand sah mich – dachte ich, denn ich denke oft.
    Das sollte mir noch schlecht bekommen.

    Kaum hatte ich mit lässiger Eleganz die Kellertür geöffnet, hinter der jener düstere Raum liegen musste, in dem die Erinnerung an längst verjährte Vorfälle wachgefeiert wurde – da ward´ es plötzlich furchtbar leise und jemand hielt so etwas wie eine Rede.

    „Liebes Geburtstagsdings, wir haben uns heute hier versammelt, um...“

    In diesem Moment hatte der Vortragende mich entdeckt, so mitten in der Tür völlig ohne Deckung und überhaupt ohne alles. Gierige Blicke von allen Seiten.

    „Guten Abend“, plauderte ich wohlerzogen schweisstriefend, „ich bin der Gasmann und soll die Milchrechnung kassieren“.

    Kein Mensch hat gelacht.

    Ausser mir natürlich.

    Später, viel später, als ich endlich aus der Ohnmacht erwacht war, in die man sich in einer solchen Situation am besten rettet, begegnete ich Anna B. zum zweiten Mal. Und ich hatte gedacht, ich wäre auf alles vorbereitet.

    „Mensch, wie kannst Du das denn machen“, zischte sie erbost, „komm´ bitte gefälligt eher und wenn, dann nicht nach System Hauruck“.

    Im Hintergrund gab es wieder Musik.
    Die Rumpy Dumpy Big Band spielte, lauter als erlaubt, „Roll `em over, Doofer“.

    Irgendjemand lachte und warf mir eine Salzstange ins Gesicht.
    Sie schmeckte auch so.

    Ich versuchte mich herauszureden.

    „Es liegt an der gruppenpsychologisch unkalkulierbaren intellektualisierten Formalkonstante, deren ablaufspezifische Funktion im unbedingten Zusammenhang mit der allgemeinen sozialen Unsicherheit informeller Beziehungssysteme gesehen werden muss, um demzufolge eine empirisch exakte Analyse in das Gesamtbild einer sozialisationstechnischen Geburtstagsfeier integrieren zu können“.

    „Quatsch“, sagte Anna B. und tippte sich vielsagend genau da hin.

    Erneut warf mir jemand eine Salzstange ins Gesicht und brüllte aus vollem Hals „Halt´s Maul, Paul“.

    Ich tat´s aber immer noch nicht.

    Während ich mich mit Anna B. noch immer vergeblich über Wert und Unwert asozialer und bsozialer Beziehungen zu verständigen versuchte und schliesslich die Diskussion bei der Relevanztheorie über den biochemischen Aufbau südaustralischer Schleimschnecken angelangt war, veranstalteten die Spezialisten im Hintergrund für den Rest der Fete muntere Spielchen wie Sackhüpfen, Eierlaufen und DrehteuchnichtumderPlumpsackgehtrum.

    Es sollen sogar Leute dagewesen sein, die richtig getanzt haben.
    Mir graut bei dem Gedanken, wie wenig Beherrschung doch manche Menschen haben.

    Es war schliesslich nicht genau zu klären, ob und warum meine Anwesenheit ihre Berechtigung hatte.

    Schliesslich hatte sie ja auch eigentlich keine.

    Die ganz Zeit stierte mich ein gleichaltriger Typ mit einem irren Blick an.
    Der Kerl sah total verschlufft aus, wirkte ein bisschen abgenutzt um´s Kinn rum und war mir nicht ganz geheuer.

    Als ich winkte und „huhu“ rief, machte er genau das Gleiche.

    Der Bursche gefiel mir nicht.
    Anscheinend gefiel er niemanden der Anwesenden und das beruhigte mich.

    Bei passender Gelegenheit fragte ich Anna B., wer der Knabe eigentlich sei.
    Denn es war bei dieser Geburtstagsfeier meist zu dunkel, um alles zu erkennen.

    „Na bitte“, entgegnete sie, „das ist ein Spiegel, was denn sonst ?“.

    Es blieb den anwesenden Gästen nichts anderes übrig, als sich mit den bestehenden Tatsachen abzufinden.

    Dann erschien das Überfallkommando.

    Ich bot den grossen grünen Männern noch ein paar harte Sachen an.
    Ich war sehr schlagfertig bei den nachfolgenden Diskussionen.

    Der durchschlagende Erfolg, meinerseits, blieb jedoch aus.

    Hinterher gab es noch warmes Bier.
    Einer der netten Polizisten erzählte schmutzige Witze.

    Als wir endlich auf der Wache ankamen, schmerzte mir der Kopf vor Lachen
    und von einem Hieb mit einer Bierflasche.

  • Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Gilli´s kleine Bibliothek – Das Original
    Zusammenstellung aus meinem Bücherregal im Jahr 1978
    Lesen Sie genau. Dann ist vielleicht zu verstehen, was uns der Autor damit sagen wollte



    FAUST
    Ein Lehrbuch für Boxer
    von J.W.Goethe
    DM 6.80


    DAS DSCHUNGELBUCH
    Praktische Tips für jeden Gartenfreund
    von R.Kipling
    DM 1.95


    DAS NEUE TESTAMENT
    Der Bestseller aus Jerusalem und zur Zeit
    der Ratgeber in Erbschaftsangelegenheiten
    schlechthin
    von Paulus
    DM 18.45


    MEIN KAMPF
    Leben und Wirken des berühmten Karate-
    Sportlers – von ihm selbst erzählt
    von A.Hitler
    RM 1.00


    MEUTEREI AUF DER BOUNTY
    Der erste unverfälschte Tatsachenbericht
    über die wilden Streiks 1974/75 auf der heute
    schon legendären, mittlerweile stillgelegten,
    schwimmenden Schokoladenfabrik
    von J.Williams
    DM 6.90


    DAS GLASPERLENSPIEL
    Alles über den neuen und sensationellen
    Ballsport aus den USA
    Technik – Taktik - Training
    von H.Hesse
    DM 0.97


    ES MUSS NICHT IMMER KAVIAR SEIN
    Ein Kochbuch für besonders Anspruchslose
    von J.M.Simpel
    DM 0.05


    GRUPPENBILD MIT DAME
    Ein kleiner Fotolehrgang für Anfänger
    von H.Böll
    DM 0.99


    DER SCHUT
    Erstickt unser Planet im Müll ?
    Neue Thesen des weltbekannten Umweltforschers
    (Preisermässigung wegen geringfügiger Rechtschreibfehler)
    von Karl May
    DM 3.95


    DIE BLECHTROMMEL
    Kinderspielzeug selbstgemacht
    Eine Anleitung zum Basteln
    von G.Grass
    DM 4.80


    DIE NONNE VON MONZA
    Die Höhepunkte und Niederlagen der berühmten
    Rennfahrerin – reich bebildert
    von J.Player
    DM 16.50


    DAS BERMUDA-DREIECK
    Neue Enthüllungen im Fall Pythagoras
    Ist der Lehrsatz des Euklid überholt ?
    von Ch.Berlitz
    DM 1.95


    ONKEL TOM´S HÜTTE
    mit einem Vorwort von G.Flohr
    Ein sensationeller Report über die Lieferschwierigkeiten
    bei den Hoesch Hüttenwerken
    und die Auswirkungen auf die Baubranche
    von H.B.Stowe
    DM 11.15


    ALS WÄR´S EIN STÜCK VON MIR
    Tips und Ratschläge für Amputierte
    von C.Zuckmayer
    DM 0.95

  • Die grosse SchweinereiDatum21.06.2018 13:25
    Thema von gkapkowski im Forum Alte und neue Literatu...

    Die grosse Schweinerei
    von Gilbert Kapkowski 1972

    Vier schweinische Kurzgeschichten, die jahrzehntelang als Handschrift verschollen gewesen waren...
    ...wiederentdeckt und neu ins Unreine geschrieben am 23.Februar 2018



    PIGGY 1

    Die Natur hatte ihren grossen Fehler endlich eingesehen und den Schweinen die Herrschaft über die Erde gegeben.

    Eines Tages kam Schweinefrau dahinter, dass ihr Mann sie mit einem anderen Schwein betrog.

    Als sie ihn zur Rede stellte, bekam er allerhand schlimme Ausdrücke an den Rüssel geworfen.

    „Wie kannst Du so etwas Ordinäres grunzen !“ beschwerte er sich schliesslich.

    Doch seine Frau antwortete nur:
    „Du bist der grösste Mensch, den es je gegeben hat !“

    (Womit bewiesen wäre, dass auch der grösste Mensch nur ein Schwein ist)



    PIGGY 2

    Ein Mann lehrte einmal einem Schwein das Sprechen.
    Mit der Hoffnung, dass ihm dies nützlich sein könnte.

    Das Erste, was das Schwein dann äusserte, war die Frage:
    „Warum hast Du mich jahrelang zur Sau gemacht ?“

    Am nächsten Morgen brachte der Mann das Schwein zum Schlachthof.



    PIGGY 3

    Als der Krieg endlich vorbei war, beschlossen die überlebenden armen Schweine die ganze zugrundeliegende Schweinerei dahingehend umzuwandeln, dass sie in Zukunft das Futter gerechter verteilen wollten.

    Allerdings gab es, auch nach diesem Beschluss, noch einige Schweine, die mehr zu sagen und zu fressen hatten als andere.

    Aber im Grossen und Ganzen ging es allen besser und es bestand kein Zweifel, dass eines Tages alle schweinischen Probleme gelöst sein würden.

    Doch es fanden sich ein paar mächtig einflussreiche Schweine zusammen,
    die sich mit den bestehenden Verhältnissen nicht abfinden wollten.

    Sie redeten vom Alleinanspruch des Volkes auf das Futter und riefen die Revolution von oben nach unten aus.

    Die alle unterdrückten Schweine endlich befreien sollte.

    Die armen Schweine grunzten und wunderten sich über die Anordnung, dass sie auf einmal alle gleich arm sein sollten.

    Davon ausgenommen selbstverständlich die, die die Revolution ausgerufen hatten.

    Damit hatte die ganze Schweinerei wieder einen neuen Anfang genommen.



    PIGGY 4

    Als Gott das Schwein erschaffen hatte, fragte er es:
    „Was wirst Du als Erstes tun ?“

    Das Schwein antwortete:
    „Oh Herr, ich werde alle Deine Feinde erschlagen und Dir dann einen prächtigen Tempel bauen, in dem ich Dir jeden Tag opfern und huldigen kann.“

    Gott fragte weiter:
    „Und was gedenkst Du für Deine Angehörigen zu tun ?“

    Das Schwein entgegnete:
    „Oh Herr, ich werde einen grossen Schweinestall einrichten, in dem Dich die ganzen armen Schweine auf dieser Welt anbeten sollen und die meisten Schweine in grosser Bescheidenheit leben werden.
    Besonders die Unwürdigen.“

    Die nachfolgende letzte Frage Gottes ist absichtlich nicht authentisch überliefert und auch eine exakt belegbare Antwort des (männlichen) Schweins
    würde saumässig sensible religiöse Befindlichkeiten berühren.

    Gott soll das Schwein dann noch gefragt haben:
    „Wie soll es DIR persönlich dabei eigentlich ergehen ?“

    Das Schwein soll folgendermassen ausführlich geantwortet haben:
    „Tja, Chef – die meisten dummen Schweine sind nicht in der Lage, die von Dir geschaffene Schweinerei auf diesem Planeten ordentlich zu verwalten.

    Deswegen wird es im Laufe der Zeit immer wieder zu grossen Schlachtfesten kommen. Und wirklich niemand will schuld an einer Sauerei gewesen sein.

    Ich werde also in den süssen Apfel beissen müssen und mir und den eingesetzten untergebenen Schweinen meiner Regentschaft immer die besten Plätze am Trog sichern.

    In dem einen Land der besonders grossen Schweinezüchter wird das durch ein Grunzgesetz geregelt.
    Ich schwöre darauf, so wahr ich mir Schweinchen Schlau dabei helfe.

    In anderen wüsten Ländern, in denen jedes Schwein durch Dein, also Gottes Wort, als unrein erklärt worden ist, werde ich alle meine Schweinereien hintenrum und im Verborgenen abziehen.

    Auch in einem grossen Schwein steckt von Natur aus meist nur ein kleines Dreckschweinchen.

    Ich persönlich möchte aber lieber ganz gewiss ein Glücksschwein sein.

    Für die vielen anderen dummen unglücklichen Schweine bleibt eine ungewisse Hoffnung auf das Glück...
    ...mit einer grossen Anzahl von jungfräulichen Säuen in der Ewigkeit.

    Die erst durch´s Dorf getrieben werden und danach, jenseits der irdischen Ferkeleien, allen Ebern und Wildschweinen willig zur Verfügung stehen müssen.

    Zumindestens denen, die an den ganzen Schweinskram GLAUBEN.“

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